Bahnmitarbeiter auf vier Beinen: Schnüffeln für Artenschutz

In einem Pilotprojekt in Bayern will die Deutsche Bahn (DB) den Einsatz von Artenschutzhunden bei Bauprojekten erproben.
| dpa
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Der Artenschutzspürhund Finya sucht bei einem Pressetermin in einer Trainingsbox nach dem Geruch einer Schlingnatter.
Der Artenschutzspürhund Finya sucht bei einem Pressetermin in einer Trainingsbox nach dem Geruch einer Schlingnatter. © Sebastian Gollnow/dpa
Frankfurt/München

Ab Anfang nächsten Jahres sollen speziell ausgebildete Hunde in verschiedenen Regionen schützenswerte Tierarten wie Schlingnattern, Gelbbauchunken und Fledermäuse erschnüffeln, wie die Verantwortlichen am Dienstag in Frankfurt am Main bei der Vorstellung der neuen Hundestaffel erläuterten. Die für Bauvorhaben benötigte Zeit könnte dadurch, so die Hoffnung, massiv verkürzt werden.

Sechs Tiere werden derzeit ausgebildet. Sie lernen mit Kot, Häutungen, Fell oder Sekreten die geschützten Arten zu erkennen, die sie ihren zweibeinigen Kollegen anzeigen sollen. "Sie riechen, was der Mensch nicht sieht", erklärte Jens Bergmann, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB Netz AG, die Idee dahinter.

Denn der Ausbau des Schienennetzes für eine Verkehrswende bedeutet immer wieder auch einen Eingriff in die Natur - und möglicherweise in das Lebensgebiet geschützter Arten, die vor Baubeginn umgesiedelt werden müssen. Bisher mussten sogenannte Kartierer die Flächen mehrfach abgehen und nach geschützten Arten absuchen - und das zu verschiedenen Jahreszeiten, um auch Tiere zu erfassen, die etwa einen Winterschlaf halten.

In der Regel dauert diese Artenschutzkartierung nach Bahnangaben ein Jahr, manchmal auch länger. Mit den Hunden, die zu jeder Jahreszeit und bei fast allen Wetterbedingungen eingesetzt werden können, soll sich die Durchsuchung eines Gebiets auf maximal zwei Monate verkürzen.

© dpa-infocom, dpa:211026-99-746443/2

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