Bahnanschläge: Tschechien liefert Terrorverdächtige aus

Tschechien liefert zwei Terrorverdächtige aus dem Irak im Zusammenhang mit Bahnanschlägen in Deutschland an Österreich aus. Das entschied ein Gericht in Prag am Freitag.
von  dpa

Prag - Tschechien liefert zwei Terrorverdächtige aus dem Irak im Zusammenhang mit Bahnanschlägen in Deutschland an Österreich aus. Das entschied ein Gericht in Prag am Freitag. Dem 30 Jahre alten Mann und der drei Jahre jüngeren Frau werden Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und Finanzierung von Terrorismus vorgeworfen. Sie sollen nach Darstellung des österreichischen Innenministers Herbert Kickl mit einem in Wien festgenommenen Iraker eine "Terrorzelle" gebildet haben. Das österreichische Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hatte die beiden Beschuldigten mit einem europäischen Haftbefehl gesucht.

Der in Wien festgenommene Iraker wird beschuldigt, in Berlin und Bayern Anschläge auf Bahnstrecken verübt zu haben. Dabei kam niemand zu Schaden, weil die Züge die Hindernisse überfuhren. Die beiden anderen Verdächtigen waren am Mittwoch kurz nach ihrer Landung am Prager Flughafen festgenommen worden. Sie stimmten ihrer Überstellung nach Österreich zu und befinden sich nun in Auslieferungshaft.

Medienberichten zufolge wollten der Iraker und die Irakerin nach einem eintägigen Zwischenaufenthalt in Prag nach Wien weiterreisen. Hinweise zu persönlichen Verbindungen der beiden nach Tschechien gibt es nicht. Kritik wurde in Prag an der Informationspolitik der tschechischen Behörden laut. Sie hatten erst nach den Aussagen Kickls im Parlament in Wien über die Festnahmen informiert.