Baby getötet: "Heftige Gewalteinwirkungen" festgestellt

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Babys in Unterfranken hat ein Gutachter die massiven Verletzungen des Kindes geschildert. Er sehe "sehr wahrscheinliche Hinweise", die einen Tod durch Ersticken nahelegen, sagte Rechtsmediziner Michael Bohnert am Freitag vor dem Landgericht Würzburg. Das Baby habe außerdem bis kurz vor seinem Tod unter "heftigen Gewalteinwirkungen" und "wiederholten Misshandlungen" gelitten.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Würzburg

Seit Oktober muss sich der damalige Freund der Mutter wegen Mordes vor Gericht verantworten. Der mittlerweile 24 Jahre alte Deutsche bestritt zum Prozessauftakt, das Kind kurz vor Weihnachten 2019 tödlich misshandelt zu haben. Die Obduktion zeigte nach Angaben des Rechtsmediziners zahlreiche Verletzungen, die nicht durch einen Unfall oder die Reanimation entstanden sein können, sondern gezielt herbeigeführt wurden.

So hatte der damals acht Monate alte Bub diverse Hämatome, Einblutungen durch einen Schädelbruch sowie eine schwere Verletzung im Bauchraum. Diese stamme wohl von dem Todestag und sei nur durch einen sehr schmerzhaften "Faustschlag oder Fußtritt oder starkes Zusammenpressens des Bauches" zu erklären.

Seine Lunge wies zudem auf Anzeichen eines Erstickungstodes hin, weitere Rippenbrüche seien in ihrer Art "praktisch beweisend für Kindesmisshandlung". Der Mediziner fasste zusammen: "Ich habe einen solchen Befund in 30 Jahren Arbeit nur einmal bei schwerer Kindeshandlung gesehen."

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, den Buben schon in den Wochen vor seinem Tod misshandelt zu haben, zurückgewiesen. Er will das Kind lediglich manchmal unsanft behandelt haben und nicht bewusst seinen Tod herbeigeführt haben.

© dpa-infocom, dpa:210122-99-131989/2

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen