AZ stellt vor: Fünf Radltouren für jedermann

Pünktlich zum Start der kleinen Ferien stellen wir Ihnen Mountainbike-Touren im Allgäu für jeden Geschmack vor. Alle sind auch mit dem E-Bike machbar und bieten tolle Erlebnisse vor prachtvollen Kulissen.
von  AZ
Auf einer Schotterpiste geht es rasant bergab.
Auf einer Schotterpiste geht es rasant bergab. © Stephan Baur und Sebastian Baur

München - Ein neuer Mountainbike-Führer stellt spektakuläre Wege im Allgäu vor. Die AZ präsentiert fünf Touren für Einsteiger bis Ambitionierte. So verbingen Sie die letzten schönen Herbstage aktiv.

Warum nicht einmal Urlaub im Nahbereich machen? Oder sich die Herbstferien radelnd bei einem Tagesausflug versüßen? Für alle, die gerne strampeln und sich auf zwei Rädern anstrengen – aber auch für die, die es nach ein bisserl Anstieg gerne etwas gemütlicher angehen lassen, gibt es seit Kurzem einen neuen Radlführer:

Der "Bike Guide Allgäuer Alpen" (Rother, 19,90 Euro) zeigt 40 Touren in einer Region, die von Münchnern oft zu Unrecht ein bisserl links liegengelassen wird. Dabei hat das Allgäu tolle Landschaften für Mountainbike-Liebhaber zu bieten. Probieren Sie es selbst aus!

Wie schwer die Touren sind, steht am Anfang der Tourenbeschreibung unter "Anspruch". Rother verwendet hierbei ein Fünf-Punkte-System, wobei 1 die einfachste Kategorie und 5 die schwerste ist. Keine der Touren geht über eine Kategorie 3 hinaus, was den Anspruch an Kondition und Fahrtechnik betrifft. Kommen Sie gut rauf – und wieder runter!

Tour 1: Stuibenalpe

Eine Genuss-Tour für Einsteiger
 

Ausgangspunkt: Wannenjochbahn Talstation
Tourensteckbrief: 9 km, 2 Stunden, 360 Höhenmeter, mittlere Steigung 11 Prozent, maximale Steigung 14 Prozent
Anspruch: Kondition 2, Fahrtechnik 1

Auf einer Schotterpiste geht es rasant bergab.
Auf einer Schotterpiste geht es rasant bergab. © Stephan Baur und Sebastian Baur

Wir starten die Tour am großen Parkplatz der Wannenjochbahn Talstation (1) in Schattwald im Tannheimer Tal. Direkt am Ende des Parkplatzes beginnt die schmale Asphaltstraße, auf der wir uns bei einem Abzweig (2) geradeaus haltend, nach knapp drei Kilometern zur Alpe (3) gelangen.

Die steileren Rampen und Serpentinen befinden sich bereits auf dem ersten Abschnitt der Auffahrt, anschließend wird es flacher und bequemer. Während der Auffahrt genießen wir immer wieder tolle Blicke ins Tannheimer Tal und auf die umliegenden Gipfel.

Schon parken wir unser Rad vor der Stuibenalpe. An der Alpe endet der Asphaltuntergrund und so geht es nach der Einkehr auf einem guten Forstweg weiter. Ein Katzensprung ist es von der Stuibenalpe bis zum wirklich höchsten Punkt der Tour. Und dann erwartet uns eine rasante Abfahrt über mehrere Serpentinen durch den Bergwald hinab nach Zöblen. Am Abzweig Trail (4) folgen wir weiter geradeaus dem Forstweg.

In Zöblen überqueren wir an der Bushaltestelle "Katzensteig" (5) die Hauptstraße und die Vils und rollen direkt am Bach entlang auf einem Radweg zurück nach Schattwald. Vorbei am Alpengasthof Post geht es schließlich nochmals kurz bergauf zum Parkplatz der Wannenjochbahn (1).

Eine Genuss-Tour für Einsteiger
Eine Genuss-Tour für Einsteiger © Freytag & Bernd

Tour 2: Rappenalptal

Hütten-Tour im Kleinwalsertal
 

Ausgangspunkt: Parkplatz Renksteg, Kleinwalsertal
Tourensteckbrief: 35,4 km, 4 Stunden, 850 Höhenmeter, mittlere Steigung 5 Prozent, maximale Steigung 18 Prozent
Anspruch: Kondition 3, Fahrtechnik 2

Die letzten 150 Höhenmeter bis zur Speicherhütte.
Die letzten 150 Höhenmeter bis zur Speicherhütte. © Stephan Baur und Sebastian Baur

Wir starten auf der überdachten Holzbrücke in der Nähe des Renkstegs (1), radeln an der Skiflugschanze vorbei und gelangen durch das Stillachtal in das wunderschöne Rappenalptal. An der Fellhornbahn (2) geht es geradeaus. Kurz hinter Birgsau erwartet uns der erste steile und anstrengende Schnapper hinauf zur Buchrainalpe. An einem beschilderten Abzweig (4) geht es weiter geradeaus.

Es wird wieder flacher und vorbei an der Schwarze Hütte (5) erreichen wir die Höflehütte. Ab hier wird der Untergrund etwas schlechter. Der Fahrweg endet direkt an der schön gelegenen, nicht bewirtschafteten Speicherhütte (6).

Nach der Pause schwingen wir uns wieder auf den Sattel und werden auf der Rückfahrt talauswärts für unsere Mühen belohnt. Durch das lange Rappenalptal geht es meist stetig leicht bergab, bis wir wieder am Parkplatz (1) sind.

Hütten-Tour im Kleinwalsertal
Hütten-Tour im Kleinwalsertal © Freytag & Bernd

Tour 3: Runde an der Krinnenspitze

Fahrspaß vor beeindruckendem Bergpanorama - Höhenglück garantiert!
 

Ausgangspunkt: Talstation des Sessellifts Krinnenalpe im Tannheimer Tal
Tourensteckbrief: 20,2 km, 3 Stunden, 730 Höhenmeter, mittlere Steigung 9 Prozent, maximale Steigung 11 Prozent
Anspruch: Kondition 3, Fahrtechnik 3

Hinten sieht man die felsige Nordwand des Litnisschrofen. Wer hier strampelt, kommt ins Schwitzen.
Hinten sieht man die felsige Nordwand des Litnisschrofen. Wer hier strampelt, kommt ins Schwitzen. © Stephan Baur und Sebastian Baur

Wir starten an der Talstation des Sessellifts Krinnenalpe (1). Die zunächst schmale Teerstraße geht schon bald in einen guten Forstweg über und wir gewinnen rasch an Höhe. Der Bergwald spendet an heißen Tagen wertvollen Schatten. Schnaufen und Schwitzen sind trotzdem angesagt. In einer Linkskehre (2) fahren wir links ab zur Talstation einer kleinen Liftanlage.

Bei einem weiteren Abzweig (3) bleiben wir geradeaus und halten auf die Alpe zu.

Ab der Nesselwängler Ödenalpe (4) wird es dann flacher und der Ausblick auf die umliegende Bergwelt wird immer besser. Über einen ab der Nesselwängler Ödenalpe gut erkennbaren Sattel erreichen wir schließlich die sehr schön südwestlich der Krinnenspitze gelegene Gräner Ödenalpe (5).

Von der Alpe genießen wir einen herrlichen Blick hinab ins Lechtal und auf all die Gipfel der Lechtaler Alpen. Nun bietet sich ein Abstecher zu Fuß zum Gipfel der Krinnenspitze oder des Litnisschrofens an.

Rasant geht es auf dem bekannten Weg zurück zur Nesselwängler Ödenalpe und hier rechts ab über den sogenannten Alpenrosensteig zur Krinnenalpe. Der Blick auf Rote Flüh, Gimpel und Köllenspitze könnte kaum besser sein.

Als kleine Variante können wir von hier die direkte Abfahrt zurück zur Talstation nehmen. Wir empfehlen jedoch den Weiterweg auf dem Meraner Steig.

Dabei handelt es sich um einen einfachen Singletrail, der unterhalb der Krinnenspitze am Hang entlang Richtung Osten führt. Nach dem Trailabschnitt wartet auf uns eine schnelle Abfahrt auf einem guten Forstweg hinab zum kleinen Ort Rauth (8). Von der Bushaltestelle (9) rollen wir bequem durch das Tannheimer Tal zurück zum Ausgangspunkt (1).

 

Runde an der Krinnenspitze
Runde an der Krinnenspitze © Freytag & Bernd

Tour 4: Runde am Grünten

Unterwegs an sonnigen Hängen
 

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Starzlachklamm bei Sonthofen
Tourensteckbrief: 30,3 km, 4 Stunden, 990 Höhenmeter, mittlere Steigung 7 Prozent, maximale Steigung 15 Prozent
Anspruch: Kondition 3, Fahrtechnik 3

Nach dem Berggasthof Alpenblick werden die Südhänge des Grünten gequert.
Nach dem Berggasthof Alpenblick werden die Südhänge des Grünten gequert. © Stephan Baur und Sebastian Baur

Die Tour verläuft vorwiegend auf schmalen und für Kraftfahrzeuge gesperrten Asphaltstraßen. Startpunkt ist der große und viel besuchte Wanderparkplatz an der Starzlachklamm (1) im Ort Winkel bei Sonthofen. Von hier rollen wir uns auf der Ebene bis nach Burgberg (2) warm.

Dann beginnt der erste steilere Anstieg hinauf zum schön gelegenen Berggasthaus Alpenblick (3). Danach wird es wieder etwas flacher, wir queren die Südhänge des Grünten in Richtung Osten und kommen oberhalb an der Erzgruben Erlebniswelt vorbei. An einem Abzweig (4) folgen wir weiter der Teerstraße zur Roßbergalpe hinauf.

Der zweite steilere Anstieg bringt uns hinauf zur Roßbergalpe (5) am Ende der schmalen Asphaltstraße mit herrlichem Ausblick. Der Abstecher über eine ruppige Schotterpiste zur fast noch schöner gelegenen Oberen Schwandalpe (6) lohnt sich. Auf der urigen Alpe gibt es deftige Brotzeiten, selbstgebackene Kuchen und erfrischende Getränke.

Von hier fahren wir ein Stück zurück auf dem bekannten Weg. Dann biegen wir jedoch links ab (4) auf einen Forstweg, der schon nach wenigen Metern in einen Trail übergeht. Der schmale Pfad führt unterhalb der Südwand des Giggelsteins entlang.

Für die meisten ist hier stellenweise immer wieder Schieben angesagt, speziell an einer Treppenpassage. Nach den Treppen wartet nochmals eine kurze, aber flowige Trailpassage auf uns und wir erreichen schließlich erneut eine schmale Teerstraße.

Bald bietet sich an einem Abzweig (7) ein Abstecher zur Hinteren Köllealpe (8) an. An einem größeren Abzweig wechseln wir die Richtung von Osten nach Westen und treten damit die Rückfahrt an. Stets auf einer schmalen Asphaltstraße geht es jetzt auf der anderen Seite des Tals oberhalb der Starzlach entlang zurück.

Höhenmeter sind nicht mehr viele zu meistern, so kommen wir rasch voran. Immer wieder wird ein toller Blick frei auf die Südseite des Grünten, Abschnitte unserer Tour sind ebenfalls auszumachen. Wir kommen vorbei an weiteren Alpen und lassen die Dreiangelhütte (9) links liegen.

Schließlich rollen wir rasant bergab: zunächst durch den Bergwald, dann über freies Wiesengelände zurück nach Winkel und weiter zu unserem Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz (1).

Runde am Grünten
Runde am Grünten © Freytag & Bernd

 

Tour 5: Täler-Tour im Kleinwalsertal

Strampeln durch drei Schluchten
 

Ausgangspunkt: Waldmendingerhornbahn in Mittelberg
Tourensteckbrief: 25,6 km, 3 Stunden, 810 Höhenmeter, mittlere Steigung 7 Prozent, maximale Steigung 15 Prozent
Anspruch: Kondition 3, Fahrtechnik 2

Entspannt rollt man nach Baad hinein.
Entspannt rollt man nach Baad hinein. © Stephan Baur und Sebastian Baur

Wir starten an der Talstation der Walmendingerhornbahn (1) in Mittelberg. Auf dem Baader Höhenweg geht es mit gemäßigten Anstiegen zum Talschluss nach Baad (2). Südlich von Baad erstreckt sich unser erstes Seitental, das Bärgunttal. Entlang des kleinen Baches geht es auf dem "Talweg" (3) ohne große Mühe hinauf zur Bärgunthütte (4) am Fuße des Großen Widdersteins.

Für den Rückweg nehmen wir den aussichtsreichen "Panoramaweg", der schöne Blicke auf das Walmendinger Horn zulässt. Um in das nächste Seitental zu gelangen, folgen wir talauswärts dem Verlauf der Breitach bis nach Gemstelboden (5). Hier tut sich das Gemsteltal nach Süden hin auf. In diesem Tal begrüßen uns gleich drei vorzügliche Alpen. Ein Schotterweg führt uns ins Tal hinein.

Am Ende des Tales an der Hinteren Gemstelhütte (6) endet der Fahrweg. Zurück ins Haupttal folgen wir der Piste auf der rechten Talseite. Auf einem kleinen Wanderweg geht es entlang der Breitach. An der Breitach-Brücke (7) treffen wir auf eine Teerstraße, hier fahren wir rechts ins Wildental. Es geht es nach Schwendle zum Bergheim Moser.

Das letzte Seitental, das Wildental, liegt nun vor uns. Vorbei an der Unteren und Inneren Wiesalpe führt der Weg durch saftige Alpwiesen bis zur Fluchtalpe (8). Wer jetzt noch Kraft hat, sucht den Wasserfall auf, der in nicht allzu weiter Entfernung von der Fluchtalpe liegt.

Hierfür laufen wir den Weg weiter ins Tal hinein in Richtung Mindelheimer Hütte. Zurück geht es auf dem bereits bekannten Weg nach Mittelberg und durch die Ortschaft hindurch zum Ausgangspunkt (1).

Täler-Tour im Kleinwalsertal
Täler-Tour im Kleinwalsertal © Freytag & Bernd

 


Unterwegs mit dem E-Bike - Welche Touren eignen sich

Nicht alle Mountainbike-Touren sind geeignet dafür, sie mit elektrischer Unterstützung zu unternehmen. Hier gibt es eine Einschätzung für die einzelnen Touren:

  • Stuibenalpe: Diese Tour ist für E-Bike-Fahrer sehr gut geeignet. Auch die Abfahrt ist ohne Trailabschnitte und auf gut befestigtem Untergrund.
  • Rappenalptal: Auch diese Tour kann man sehr gut mit einem E-Bike bewältigen.
  • Runde an der Krinnenspitze: Diese Tour ist ebenfalls E-Bike-tauglich, hat aber auch Stellen auf nicht ganz festem Untergrund.
  • Runde am Grünten: Auch bei dieser Runde sind E-Bikes möglich, verlangen aber durchaus Fahrgeschick.
  • Tälertour im Kleinwalsertal: Bei dieser Runde kommen E-Bike-Fahrer voll auf ihre Kosten. Absolut geeignet!

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