Augsburg benennt nach 250 Jahren "Zigeunerbach" um

Nach mehr als 250 Jahren will die Stadt Augsburg den diskriminierenden Begriff "Zigeunerbach" für ein kleines Gewässer nicht mehr verwenden. Dies hat der Stadtrat der schwäbischen Großstadt am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen.
| dpa
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Augsburg

Nach den Angaben der Stadtverwaltung ist der Name "Zigeunerbach" bereits seit etwa 1765 für einen Bachlauf gebräuchlich gewesen. Ab den 1930er Jahren wurde ein Zubringer des damals künstlich geschaffenen Stempflesees im Augsburger Stadtwald ebenfalls so genannt, der ursprüngliche "Zigeunerbach" wurde später zum Brunnenbach. Künftig soll nun der See-Zulauf Stempflebach heißen.

Mit der Umbenennung will die Stadt auch eine Sensibilisierung für Stigmatisierung und Diskriminierung durch Ortsbegriffe im öffentlichen Raum schaffen. Der Regionalverband Deutscher Sinti & Roma Schwaben begrüßte die Umbenennung. Ein Stadtrat der AfD kritisierte, dass die Umbenennung "absolut irrelevant" für die Bürger sei. Der Stadtrat sollte sich damit gar nicht beschäftigen.

Im vergangenen Jahr hatte sich nach langer Diskussion auch Augsburgs bekanntestes Luxushotel "Drei Mohren" umbenannt. Das Haus heißt inzwischen "Hotel Maximilian’s".

Von der Umbenennung des Bachs muss sogar die Unesco informiert werden. Denn der Bach ist Teil des komplexen Augsburger Gewässersystems, das vor zwei Jahren zum Welterbe erklärt wurde. Das historische Augsburger Wassermanagement-System geht bis in die Römerzeit zurück.

© dpa-infocom, dpa:210520-99-679263/2

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