Atommüllendlager: Bayern stellt bundesweite Suche infrage

Kurz vor der Veröffentlichung erster Ergebnisse der Atomendlager-Suche hat Bayern das seit 2017 laufende Verfahren grundsätzlich infrage gestellt. "Dieser Prozess wird über Jahrzehnte in Deutschland für Unruhe sorgen und Milliarden kosten", sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) dem "Spiegel" (Donnerstag). Mit Gorleben in Niedersachsen gebe es bereits einen gut erkundeten Standort für ein sicheres und fast schlüsselfertiges Endlager. Man habe "nur aus politischen Gründen den Schlüssel abgezogen". Den Neustart des Verfahrens hatten seiner Zeit Union, SPD und Grüne ausgehandelt und beschlossen.
| dpa
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Thorsten Glauber (Freie Wähler), Umweltminister von Bayern.
Thorsten Glauber (Freie Wähler), Umweltminister von Bayern. © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa/Archivbild
München

Mit der generellen Kritik geht Glauber über die Position im Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wähler hinaus. Dort heißt es nur: "Wir sind überzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager ist." Kritik am bundesweiten Sucherverfahren findet sich im Koalitionsvertrag nicht.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung forscht seit 2017 nach einem Endlagerstandort für hoch radioaktiven Abfall und prüft zunächst geologische Gegebenheiten. Die bundesweite Endlagererkundung war angesichts des jahrzehntelangen hartnäckigen Widerstands gegen den Ende der siebziger Jahre bereits ins Auge gefassten Standort Gorleben gestartet worden. Am 28. September sollen in Berlin bundesweit geeignete Teilgebiete für ein Endlager benannt werden. Laut Standortsuchgesetz soll die Suche 2031 mit einer Entscheidung enden.

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