Timmy, der Pokal-Torminator

Zwei Tore des Nürnberger Defensiv-Spezialisten gegen Kickers Offenbach sorgen für den Einzug ins Pokal-Viertelfinale. Jetzt soll Schalke aus dem Weg geräumt werden
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Zwei Tore des Nürnberger Defensiv-Spezialisten gegen Kickers Offenbach sorgen für den Einzug ins Pokal-Viertelfinale. Jetzt soll Schalke aus dem Weg geräumt werden

OFFENBACH Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin? Schön wär’s! Den ersten Schritt hat der Club mit dem 2:0 (1:0) gestern bei den Offenbacher Kickers getan. Aber bevor es zum finalen Pokal-Hit in die Hauptstadt geht, muss am Dienstag in Gelsenkirchen Viertelfinalgegner Schalke aus dem Weg geräumt werden. Keine unlösbare Aufgabe, wenn es nach Nürnbergs neuem Pokal-Torminator Timmy Simons geht, der den OFC mit seinen beiden Treffern im Alleingang abschosss. Und mutig ankündigte: „Vielleicht treffe ich auf Schalke wieder zweimal.“

Offenbach hatte dem Nürnberger Dauer-Druck nichts entgegenzusetzen

Es geht also weiter im Millionenspiel Pokal, dass dem Club bisher aus TV-Prämien und Zuschauereinnahmen knapp zwei Millionen Euro eingebracht hat. Trainer Dieter Hecking vertraute in Offenbach fast derselben Elf, die am Samstag noch 0:1 gegen Gladbach verlor. Lediglich Christian Eigler rückte für Robert Mak auf die linke Mittelfeldseite. Im Vergleich zum Wochenende, wo Heckings Schützlinge vor allem in Durchgang eins zu pomadig agiert hatten, war der FCN nicht wiederzuerkennen.

Nach einer zehnminütigen Anfangsphase, in der die Kickers, die zuvor Dortmund rausgekegelt hatten, durch Olivier Occean (8.) ihren Willen zum zweiten Pokalwunder demonstrierten, übernahm der Club die Kontrolle. Besonders Mehmet Ekici, erneut für den verletzten Ilkay Gündogan (Mittelfuß-Quetschung) in der Rolle des Spielgestalters, machte Dampf, ließ aber noch beste Chancen aus. Wie in der elften Minute, als er aus vier Metern an OFC-Keeper Robert Wulnikowski scheiterte.

Offenbach hatte dem Nürnberger Dauer-Druck kaum etwas entgegenzusetzen, verlor seine Zweikämpfe, so dass ab Mitte der ersten Hälfte das Spiel nur noch vor dem OFC-Kasten statt fand. Besonders bei Standards zeigten sich die Kickers anfällig, was der Club dann in der 20 Minute nutze. Nach einer Ecke von Ekici konnte Wulnikowski den Kopfball von Jens Hegeler nur nach vorne abwehren, und Defensivspezialist Timmy Simons stand goldrichtig – 1:0. Timmy, der Pokal-Torminator. Denn der in der Liga bislang noch torlose Belgier hatte schon eine Runde zuvor in Elversberg getroffen. Eigler (21.) und Julian Schieber (22.) hatten ebenso ihre Chancen, scheiterten aber jeweils am OFC-Schlussmann. Die Kickers hatten nur noch eine nennensweret Szene durch Nicolas Feldhahn (36.).

"Wir laufen nur nebenher"

Zu wenig, wie auch OFC-Manager Andy Möller in der Halbzeit zugab: „Wir laufen nur nebenher.“ Und FCN-Kollege Martin Bader stellte zufrieden fest: „Es war klar, dass sich die Offenbacher nicht auf einen offen Schlagabtausch einlassen würden. Standards können da gegen tiefstehende Kickers natürlich eine Waffe sein.“ Wie recht er hatte.

Denn gerade als die Offenbacher nach Hegelers Pech, als der nur den Pfosten traf (55.), nochmal Mut schöpften, schlug Nürnbergs Standard-Fabrik erneut zu. Freistoß Ekici, Hegeler köpft auf Simons, und von dessen Arm trudelt der Ball ins Tor (2:0/66.). Die Partie war gelaufen. Auch wenn der tapfer kämpfende, aber spielrisch doch limitierte Drittligist durch einen Treffer von Feldhahn (73.) fast rangekommen wäre. Schiedsrichter Markus Schmidt aus Stuttgart entschied aber auf Abseits.

„Das war ein absoluter verdienter Sieg. Dass der Berg nicht gebebt hat, hat an uns gelegen“, war Dieter Hecking mit dem souvernänen Auftritt seiner Schützlinge rundum zufrieden. Und er kündigte mit Blick auf das Viertelfinale gegen Schalke 04 schon mal an: „Wer nach Berlin fahren will, muss mindestens eine Überraschung schaffen.“ kk, MaC

Mehr über den Club lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Donnerstag, 20. Januar.

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