Schäfer: Das war die letzte Karte!

Club-Keeper Raphael Schäfer sah beim Auftakt in Gladbach als einziger Akteur „Gelb“, versteht zwar die Verwarnung nicht, gelobt aber Besserung. „Ich muss es jetzt eben noch ruhiger angehen lassen“
von  Abendzeitung
Diskussionsfreudig: Raphael Schäfer mischt sich schon gerne ein, wenn es auf dem Platz Gesprächsbedarf gibt – wie hier mit Gladbachs Tobias Levels und Schiri Peter Gagelmann.
Diskussionsfreudig: Raphael Schäfer mischt sich schon gerne ein, wenn es auf dem Platz Gesprächsbedarf gibt – wie hier mit Gladbachs Tobias Levels und Schiri Peter Gagelmann. © imago

Club-Keeper Raphael Schäfer sah beim Auftakt in Gladbach als einziger Akteur „Gelb“, versteht zwar die Verwarnung nicht, gelobt aber Besserung. „Ich muss es jetzt eben noch ruhiger angehen lassen“

NÜRNBERG Irgendwie kann Raphael Schäfer machen was er will, bei den Schiedsrichtern steckt der stets diskussionsfreudige Club-Torhüter tief in einer Schublade. Anders ist es nicht zu erklären, warum der 31-Jährige beim Saisonauftakt in Gladbach in einer, an sich sehr fairen Partie als einziger Akteur auf dem Platz von Schiedsrichter Peter Gagelmann doch noch die Gelbe Karte sah (86.). „Letzte Saison waren alle meine Karten ja an für sich okay, aber diese hatte wirklich null Berechtigung“, ärgert sich Trainer Dieter Heckings Nummer eins.

Gagelmanns Begründung: "Das sah einfach dumm aus"

Denn erklären kann er sich die Verwarnung bis heute nicht. Angeblich hatte Gagelmann den Karton wegen vermeintlichem Zeitspiels gezückt. Hinterher war sich der Bremer Unparteiische allerdings dann doch nicht mehr so sicher. Eine stimmige Begründung konnte er „Raffa“ jedenfalls nicht präsentieren: „Ich habe ihn später danach gefragt und er hat zu mir gesagt, das sah einfach dumm aus“, zeigt sich Schäfer über diese kuriose Antwort gelinde gesagt doch ziemlich irritiert. Denn: „Das Spiel war doch zu diesem Zeitpunkt unterbrochen.“ Sei’s drum.

Eine Verwarnung ist natürlich kein Beinbruch, aber für Schäfer ist die Angelegenheit dennoch höchst ärgerlich. Seine Gelbsucht aus der letzten Saison, wo er sich bis zum Schluss mit einem Handicap von vier Verwarnungen herumschleppen musste, galt eigentlich als kuriert. „Jetzt muss ich es eben noch ruhiger angehen lassen“, betont der Club-Keeper. Denn sein Versprechen will er unbedingt halten: „Eine Gelbe Karte, dabei bleibt’s jetzt auch.“ Hoffentlich, denn für die Mission Klassenverbleib ist Schäfer, wie er erst wieder in Gladbach mit seiner Last-Minute-Parade gegen den jungen Patrick Herrmann bewies, für Trainer Dieter Hecking unverzichtbar.

"Man sollte die junge Mannschaft jetzt nicht zu sehr unter Druck setzen"

Fast schon ein Meilenstein in Sachen Nichtabstieg wären drei Punkte bei der Heimpremiere gegen Freiburg am Samstag (15.30 Uhr). Nach der 1:3-Pleite der Breisgauer orakeln einige Stimmen zwar schon wieder von einem „Pflichtsieg“, Schäfer geht das aber zu weit: „Natürlich ist es wichtig, dass wir ein gutes Heimspiel abliefern. Aber man sollte die junge Mannschaft jetzt nicht schon wieder zu sehr unter Druck setzen. Es ist klar, dass wir gewinnen müssen, aber so ein Heimspiel kann eben auch mal in die Hose gehen.“

Ernsthaft daran glauben mag Schäfer aber nicht, prophezeit er doch: „Nach diesem Spieltag kann es dann mit vier Punkten richtig gut für uns aussehen.“ Und dann wäre ihm wohl auch die „dumme“ Gelbe Karte ziemlich egal. Krischan Kaufmann

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