1. FC Nürnberg: Wegen Othmer, Wirbel um Pinola

BR-Reporter hatte im Sportschau-Beitrag die Rote Karte für den FCN-Verteidiger angemahnt – weil er die Aktion gegen Cacau als klare Tätlichkeit erkannt haben will. Der DFB sieht’s anders
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Selbst beim 2:1-Siegtreffer von Javier Pinola (r.) brachte ARD-Reporter Markus Othmer die angebliche Tätlichkeit des Cluberes wieder ins Spiel. Deshalb wird Pino beim nächsten Treffen mit Othmer sicher nicht mehr so fröhlich sein (l.).
Wolfgang Zink Selbst beim 2:1-Siegtreffer von Javier Pinola (r.) brachte ARD-Reporter Markus Othmer die angebliche Tätlichkeit des Cluberes wieder ins Spiel. Deshalb wird Pino beim nächsten Treffen mit Othmer sicher nicht mehr so fröhlich sein (l.).

BR-Reporter hatte im Sportschau-Beitrag die Rote Karte für den FCN-Verteidiger angemahnt – weil er die Aktion gegen Cacau als klare Tätlichkeit erkannt haben will. Der DFB sieht’s anders

NÜRNBERG „Zwei Jahre lang habe ich kein Tore mehr geschossen – und jetzt innerhalb von zwei Wochen gleich zwei!“ Selbst nach dem Abpfiff am Mittwochabend konnte Javier Pinola noch immer nicht ganz glauben, was in den Minuten zuvor passiert war. Mit seinem Last-Minute-Treffer zum 2:1 hatte der FCN-Linksverteidiger seiner Mannschaft gerade den ersten Saison-Sieg beschert.

„Als ich dann zuhause war, habe ich immer noch an die Situation gedacht. Ich konnte gar nicht einschlafen“, war der Argentinier auch am nächsten Morgen noch ganz aufgewühlt.

"Ein Fall im Grenzbereich"

Womöglich mag Pinos Schlaflosigkeit aber auch mit einer anderen Szene zusammenhängen: Denn wie sich später herausstellen sollte, ist der temperamentvolle Publikumsliebling mal wieder haarscharf an einer Sperre vorbeigeschrammt. Bereits in der 6. Minute hatte der Argentinier VfB-Stürmer und Ex-Cluberer Cacau während eines Gerangels um den Ball einen leichten Stoß in die Magengegend versetzt, worauf dieser äußerst theatralisch zu Boden gesunken war.

Der etwas konfus wirkende Schiedsrichter Jochen Drees hatte die Aktion nicht registriert, dafür aber die TV-Kameras des Bayerischen Rundfunks. Was im Nachhinein für eine Menge Wirbel im FCN-Umfeld gesorgt hat. Die Club-Fans liefen fast Amok – und wollten BR-Reporter Markus Othmer schon zur unerwünschten Person im easyCredit-Stadion erklären. Der Grund: Othmer, früher sogar Stadionsprecher beim FCN und eigentlich Club-Fan, hatte in seinem TV-Bericht in Pinos Aktion eine eindeutige Tätlichkeit gesehen und nachträgliche Ermittlungen beim DFB angemahnt. O-Ton mit dem „Opfer“ inklusive.

Beim DFB sah man das zum Glück anders. Nach Studium der TV-Bilder entschied der Kontrollausschuss um den Vorsitzenden Anton Nachreiner gestern, keine Ermittlungen gegen Pinola aufzunehmen. Begründung: Die Voraussetzungen für den Nachweis eines krass sportwidrigen Verhaltens seien noch nicht gegeben gewesen.

Damit bestätigten sie zwar die Meinung von FCN-Manager Martin Bader. Es war allerdings ein „Fall im Grenzbereich“, wie aus der DFB-Zentrale zu hören war. Kurios: Die Aktion von Stuttgarts Zdravko Kuzmanovic, der von Schiri Drees ebenfalls ungeahndet Jens Hegeler sauber mit dem Ellenbogen niedergestreckt hatte, war im Kontrollausschuss erst gar kein Thema. Sei’s drum.

"Cacau ist Geschichte"

Den Falschen hat Pino mit seinem Knuff sicher nicht getroffen, wie Andy Wolf bestätigte. Denn vom fairen Sportsmann, als den ihn die meisten Clubfans noch in Erinnerung haben, ist beim gläubigen Brasilianer nicht erst seit der Roten Karte im Pokalfinale 2007 nicht viel übrig geblieben.

Wolf: „Cacau war die ganze Zeit beim Schiedsrichter, hat ihm immer wieder gesagt, wie schwer mein Foul letzte Woche gegen Stefan Kießling war. Das war richtig schwach!“ Erklären kann sich der nach seiner Gelb-Roten Karte am Samstag in Frankfurt (15.30 Uhr) gesperrte Kapitän Cacaus Petzereien aber nicht: „Ich weiß nicht, was da in seinem Kopf vorgeht“. Mit dem Sieg ist der Fall für Wolf aber vorerst erledigt: „Cacau ist Geschichte.“ Bis zum nächsten Aufeinandertreffen. azn

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