Schon wieder! Todes-Drama auf der Gräfenbergbahn

Entsetzen in Ziegelstein – diesmal war es kein tragischer Unfall, sondern ein schockierender Selbstmord
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Traurige Pflicht: Bestatter transportieren im Licht der Scheinwerfer, die Leiche ab.
Igini Traurige Pflicht: Bestatter transportieren im Licht der Scheinwerfer, die Leiche ab.

Entsetzen in Ziegelstein – diesmal war es kein tragischer Unfall, sondern ein schockierender Selbstmord

NÜRNBERG Die Blumen an der Stelle, an der Tamara Mitte April starb, sind immer frisch. Genauso wie die Erinnerung: Die 18-Jährige war im Nürnberger Stadtteil Ziegelstein am Bauernwald von der Gräfenbergbahn erfasst und getötet worden. Sie hatte den Zug überhört. Jetzt erschütterte ein neuer Fall die Anwohner. Denn in der Nacht zum Montag wurde ein Mann getötet. Diesmal war es aber kein Unfall, sondern Selbstmord. Nur wenige Meter entfernt legte sich ein Ziegelsteiner zum Sterben auf die Gleise...

„Ich war schon im Bett und habe den Zug gehört. Er hat ganz schlimm gepfiffen. Das hat überhaupt nicht mehr aufgehört“, erinnert sich eine Ziegelsteinerin, die direkt an der Strecke gegenüber der Unglücksstelle wohnt. „Kurz danach hörte man das Martinshorn“, erinnert sie sich. „Wir dachten morgens eigentlich alle, dass es wieder ein Unfall war.“ Denn immer noch würden viele einfach so über die Gleise gehen – ohne den Bahnübergang zu nutzen.

Doch dieses Mal war es kein Unfall. Es war eine menschliche Tragödie, die sich in der Dunkelheit am Eschenbacher Weg abspielte: Manfred S.* hatte seinem Leben selbst ein Ende gesetzt. Der 81-Jährige wohnte auch in Ziegelstein. Dort pflegte der Rentner seine kranke Ehefrau. In letzter Zeit soll ihm sein eigener Gesundheitszustand zu schaffen gemacht haben. Die Ermittler fanden heraus: Bei Nachbarn hatte sich der verzweifelte Mann beklagt, dass er sich zunehmend mit der Situation überfordert fühlt.

Am Sonntagabend um 22.30 Uhr wartete er deshalb auf die Bahn. Als der Zug nahte, ging er auf die Gleise. Verzweifelt versuchte der Zugführer mit Warnpfiffen den Mann im Scheinwerferkegel dazu zu bringen, aus der Gefahrenzone zu gehen. Doch Manfred S. blieb.

Für den Rentner kam jede Hilfe zu spät. Ein Notfallseelsorgerteam, die Feuerwehr und der Rettungsdienst kümmerten sich um die teilweise unter Schock stehenden Zuggäste – und um den Lokführer.

au/hr *Name geändert

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