Hier schleppen sie den Unglücks-ICE ab

  Der Hochgeschwindigkeitszug war mit 400 Personen besetzt – Niemand wurde verletzt, der Brand war schnell unter Kontrolle  
| Katia Rathsfeld
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Zwei rote Diesel-Lokomotiven schleppen den defekten ICE aus dem Bahnhof von Partenstein (Kreis Main-Spessart). Durch einen technischen Defekt brach auf der Strecke auf dem Dach des Bordrestaurants ein Brand aus.
dpa Zwei rote Diesel-Lokomotiven schleppen den defekten ICE aus dem Bahnhof von Partenstein (Kreis Main-Spessart). Durch einen technischen Defekt brach auf der Strecke auf dem Dach des Bordrestaurants ein Brand aus.

LOHR AM MAIN Normalerweise düst der ICE hier mit über 100 Stundenkilometern durch. Am Montag früh allerdings musste der Hochgeschwindigkeitszug per Diesellok abgeschleppt werden. Aber von Anfang an: Der ICE war am Morgen in Würzburg Richtung Frankfurt/Main gestartet. Dann der Schock für die rund 400 Fahrgäste: Zwischen Lohr am Main und Partenstein (Kreis Main-Spessart) brach ein Feuer auf dem Dach des Bordrestaurants aus!

Der Brand konnte aber schnell gelöscht werden, die Passagiere konnten während der Löscharbeiten sitzen bleiben. „Die Reisenden haben sich sehr ruhig verhalten“, sagte ein Polizeisprecher. Und das, obwohl es im Zug durch den Brand zum Stromausfall kam, der für rund drei Stunden auch die Klimaanlage lahmlegte. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde der ICE am Vormittag in den Bahnhof von Partenstein geschleppt, wo ein Ersatzzug die meisten Reisenden abholte. „Einige der Passagiere haben ihre Reise aber auch mit Taxis fortgesetzt“, sagte der Sprecher.

Inzwischen dürfte auch die Brandursache geklärt sein: Schuld war nach Angaben der Deutschen Bahn ein Kurzschluss im Stromhauptschalter, der sich auf dem Dach des ICE der Generation 3 befindet. Der Schalter sei in Brand geraten und habe die Oberleitung leicht beschädigt. „Es kommt sehr selten vor, dass an dieser Stelle ein Defekt auftritt“, sagte ein Bahnsprecher.

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnete den Vorfall als Ausnahme. „Natürlich passiert es immer wieder, dass Züge liegenbleiben“, sagte Pro Bahn-Sprecher Matthias Oomen. Bei rund 35.000 Zugbewegungen am Tag liege die Zahl der Zwischenfälle jedoch im Promillebereich. Die wichtige Bahnstrecke blieb stundenlang gesperrt. Einige nachfolgende Züge wurden weiträumig umgeleitet, andere durch Busse ersetzt. Dadurch kam es nach Angaben der Bahn zu Verspätungen von bis zu 40 Minuten.

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren