"Alpine Perle": Für diese Hütte im Münchner Umland wird ein neuer Wirt gesucht

Nach nur einer Saison braucht der Alpenverein schon wieder einen neuen Wirt für die bei Münchnern beliebte Hütte. Was diese besonders macht und warum sie bei vielen nostalgische Gefühle wecken dürfte.
von  Rosemarie Vielreicher
Das Taubensteinhaus auf 1567 Metern Höhe - mit Berg-Panorama im Hintergrund.
Das Taubensteinhaus auf 1567 Metern Höhe - mit Berg-Panorama im Hintergrund. © imago/imageBROKER/Hermann Dobler

Rund um das Taubensteinhaus schaut es aus wie aus dem Berg-Bilderbuch: Die Hütte liegt in den Schlierseer Bergen im Mangfallgebirge, auf 1567 Metern Höhe. Eingebettet zwischen Aiplspitz und Rotwand und nur rund 400 Meter Luftlinie von der Bergstation der Taubensteinbahn entfernt.

Für genau diese "alpine Perle", so nennt Markus Block die Hütte, sucht die Alpenvereinssektion München seit wenigen Tagen einen neuen Pächter oder eine neue Pächterin.

Noch hat der Alpenverein (DAV) über den Winter ein bisserl Zeit für die Suche, bestenfalls wollen sie ab Mai in die neue Saison starten. Wenn bis dahin alles passt, also das Wetter und der Wirt.

Abschied nach nur einer Saison: "Eine private Entscheidung"

"Wir haben die Suche erst begonnen", sagt Block zur AZ über die Hütte im Landkreis Miesbach. Der Abschied der Vorgängerin fiel ihnen schwer. "Es war eine persönliche und private Entscheidung der bisherigen Wirtin." Sie blieb nur eine Saison.

Das Taubensteinhaus im Landkreis Miesbach ist seit 2022 eine Berghütte der Sektion München des Deutschen Alpenvereins.
Das Taubensteinhaus im Landkreis Miesbach ist seit 2022 eine Berghütte der Sektion München des Deutschen Alpenvereins. © imago/imageBROKER/Hermann Dobler

Block verliert kein schlechtes Wort über sie, im Gegenteil: "Wir haben die Entscheidung sehr bedauert, es hat wirklich gut mit ihr funktioniert." Man habe die privaten Gründe nachvollziehen können.

Belieferung: "Im Winter ist das schon eine Herausforderung"

Die Hütte ist derzeit geschlossen, im Oktober habe man noch kleinere Arbeiten erledigt. Grundsätzlich könne die Hütte im Sommer und im Winter betrieben werden. Allerdings sagt Block, dass eine Öffnung im Winter Stand jetzt künftig nicht geplant sei. "Im Winter ist die Hütte schwer zu beliefern. Die Seilbahn fährt in dieser Zeit nicht, der Weg hoch über die Forststraße ist auch nicht immer befahrbar." Die letzten knapp 300 Höhenmeter müsse man daher gegebenenfalls zu Fuß laufen. "Im Winter ist das schon eine Herausforderung."

Insgesamt gibt es 50 Schlafplätze in der Hütte.
Insgesamt gibt es 50 Schlafplätze in der Hütte. © Sektion München des DAV

Übernahme vor dreieinhalb Jahren

Erst im Frühjahr 2022 hatte die DAV-Sektion München die Hütte von der Sektion Bergbund München erworben. "Es gab einen relativ großen Renovierungsstau, den wir seitdem Stück für Stück abarbeiten."

Zunächst übernahm die Wirtin der Schönfeldhütte für zwei Jahre zusätzlich das Taubensteinhaus. Aber sie wollte sich dann doch wieder ganz auf die Schönfeldhütte konzentrieren, so Block.

Erbaut wurde die Hütte 1936 von der Wehrmacht als Offiziersheim über dem Spitzingsee, heißt es auf der Homepage des DAV zum Taubensteinhaus. 1965 übernahm sie die Sektion Bergbund München.

Ein Blick ins Innere des Taubensteinhauses.
Ein Blick ins Innere des Taubensteinhauses. © Sektion München des DAV

Für den Alpenverein-Sprecher Block ist das Taubensteinhaus eine "alpine Perle" und ihre Lage besonders. "Das Spitzinggebiet ist für die Münchner eine Art alpiner Vorgarten. Viele haben dort Bergsteigen und Skifahren gelernt. Man kann dort das ganze Jahr über Sport machen."

Immer schwieriger: Langfristige Pächter

Die Hütte bietet insgesamt 50 Schlafplätze. Über eine langfristige Pacht würde sich der DAV freuen. "Wir merken wie alle anderen Sektionen im Alpenverein - und auch private Berggasthöfe -, dass es grundsätzlich in der Gastronomie schwieriger wird, Pächter zu finden, die länger bleiben." Aktuell braucht die Sektion München nur für das Taubensteinhaus neue Pächter, insgesamt hat sie zehn Hütten.

Was Interessenten mitbringen sollten: "Das Allerwichtigste ist Organisationstalent, gerade bei einer Hütte, die relativ weit oben liegt." Man sollte sich auch mit der Technik auskennen und kleine handwerkliche Probleme selber lösen können.

Gruppen und Familie übernachten: "Man muss ein guter Gastgeber sein"

"Ganz wichtig: Man muss ein guter Gastgeber sein. Es ist eine Hütte, in der vor allem Gruppen und Familien gern übernachten." Auch die Kulinarik muss freilich stimmen. Denn letztlich leben die Wirte davon, was sie vor der Kulisse des Berg-Bilderbuchs an Essen und Getränken verkaufen.

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