Aiwanger: Ohne Wasserstoff scheitern Klimaziele

Ohne einen Durchbruch der Wasserstofftechnologie kann die Abkehr von den fossilen Energien in Bayern nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nicht gelingen. "Wir werden unsere Klimaziele nur mit Wasserstoff erreichen", sagte der Freie- Wähler-Chef am Dienstagabend in München. "Nur mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern allein werden wir das unmöglichst schaffen."
| dpa
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Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Wirtschaftsminister von Bayern, spricht.
Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Wirtschaftsminister von Bayern, spricht. © Sven Hoppe/dpa
München

Grundlage dieser Einschätzung ist die bayerische Energiebilanz. Ganz aktuelle Daten gibt es nicht, aber im Jahr 2018 deckten erneuerbare Energien knapp 20 Prozent und Atomstrom gut 13 Prozent des bayerischen Primärenenergieverbrauchs ab, Öl und Gas dagegen fast 60 Prozent.

"Selbst wenn wir die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien verdoppeln, würden wir den Großteil des gesamten bayerischen Energiebedarfs von Verkehr, Gebäude und Wirtschaft noch lange nicht decken", sagte Aiwanger dazu. "Wir sind gezwungen, dass Wasserstoff ein Erfolg wird. Wir werden auch zunehmend von Energieimporten abhängig sein."

Wasserstoff gilt in mehrerer Hinsicht als möglicher Treibstoff der Zukunft - etwa für schwere Lkw, aber auch für Heizungen. Was den Verkehr betrifft, glaubt Aiwanger nicht, dass Elektroautos zur dominanten Technologie werden werden, auch auf internationaler Ebene nicht. "Auch China setzt inzwischen massiv auf Wasserstoff, die haben den Kampf voll aufgenommen", sagte Aiwanger. Das bezieht sich darauf, dass die chinesische KP mit ihren Entscheidungen zur Forcierung der Elektromobilität ein wesentlicher Faktor war, der unter anderem Volkswagen zum Kurswechsel veranlasste.

"Wir bekommen hoffentlich das geplante Wasserstoffzentrum des Bundes nach Bayern, die Entscheidung fällt voraussichtlich nach der Bundestagswahl", sagte Aiwanger. "Ich sehe im Wasserstoff eine riesige Arbeitsplatzmaschine für Bayern. Ich glaube, dass wir das ganz große Rad drehen müssen, sonst werden wir scheitern."

© dpa-infocom, dpa:210714-99-380165/2

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