AfD hängt Wahlplakat unter Holocaust-Hinweistafel

Provokation oder Versehen? Ausgerechnet an einer Tafel für ein Denkmal für Opfer des Holocaust hat die AfD in Würzburg ein Wahlplakat für die Bundestagswahl aufgehängt. "Wir sind uns ziemlich sicher, dass dieses Plakat nicht absichtlich und extra an einem Hinweisschild zu den Deportationen aufgehängt wurde. Warum auch?", schrieb der AfD-Kreisverband Würzburg auf Nachfrage. "Das war wohl einfach ein Versehen."
| dpa
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Würzburg

Das Wahlplakat war am Bahnhofsvorplatz in Würzburg direkt unter dem Hinweisschild für den "DenkOrt Deportationen" angebracht worden. Die Gedenkstätte erinnert an Holocaust-Opfer aus Mainfranken und ihre Deportation in die Vernichtungslager der Nazis.

"Das kann man nur als geschmacklos titulieren", sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) der "Main-Post", die zuerst berichtete. Mitarbeiter der Stadt hängten das Wahlplakat am Mittwochabend ab. "Es befand sich nicht im öffentlichen Straßenraum, was Grundvoraussetzung für eine korrekte Platzierung wäre", hieß es seitens der Stadt.

AfD-Anhänger waren in der Vergangenheit wegen kontroversen Äußerungen zum Holocaust in die Kritik geraten. So hatte Thüringens AfD-Partei- und Fraktionschef, Björn Höcke, 2017 in einer Rede in Dresden mit der Forderung nach einer "erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad" eine heftige Debatte ausgelöst. Darin hatte er mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin auch gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

© dpa-infocom, dpa:210826-99-977993/2

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