Ärztekammer streicht Homöopathie als Zusatzbezeichnung

Die Bayerische Landesärztekammer streicht in ihrer neuen Weiterbildungsordnung die Homöopathie als Zusatzbezeichnung. Das entschied eine große Mehrheit der Delegierten am Samstag beim Bayerischen Ärztetag in Hof.
| dpa
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Hof

Der Sprecher des homöopathiekritischen Netzwerks Homöopathie, der Weilheimer HNO-Arzt Christian Lübbers, begrüßte die Entscheidung. Die Behandlung, die vor allem auf die Gabe von Wirkstoffen in sehr großer Verdünnung setzt, habe keine Wirkung, die über den Placebo-Effekt hinausgehe, so sein Argument.

Von den zuletzt 28.458 in Praxen tätigen Ärztinnen und Ärzten in Bayern haben rund 400 Homöopathie als Zusatzbezeichnung erworben. Sie können diese auch weiter führen. Künftig ist es allerdings nicht mehr möglich, die Zusatzbezeichnung neu zu erlangen.

Nach Angaben des Zentralvereins homöopathischer Ärzte können Mediziner aber weiterhin ein Diplom des Verbandes erhalten, wenn sie an einer entsprechenden Fortbildung teilnehmen. Damit können sie auch in Zukunft etwa an Sonderverträgen zur homöopathischen Behandlung teilnehmen, die der Verband mit rund 90 gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelt hat.

Von den bundesweit 17 Landesärztekammern hatten bereits 11 die Homöopathie aus ihren Weiterbildungsordnungen gestrichen. Fünf hatten für eine Beibehaltung gestimmt. Nach der Abstimmung in Bayern haben damit zwei Drittel der Kammern gegen Homöopathie als Zusatzbezeichnung entschieden.

© dpa-infocom, dpa:211016-99-620418/2

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