Ärztekammer fordert mehr Medizin-Studienplätze

Die bayerische Landesärztekammer befürchtet weiterhin einen Ärztemangel auch im Freistaat. Deswegen müssten dringend zusätzliche Studienplätze für Medizin geschaffen werden, forderte Kammerpräsident Gerald Quitterer am Dienstag in München. Die Lage in Studium und Praxis wird eines der Themen beim Bayerischen Ärztetag sein, der von Freitag bis Sonntag im oberfränkischen Hof stattfindet.
| dpa
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Ein Medizinstudent untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop.
Ein Medizinstudent untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop. © Uwe Anspach/dpa/Symbolbild
München

Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte im Freistaat ist zwar auch in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen, auf den Rekordwert von 67.480. Doch der Anteil der Teilzeitbeschäftigten nehme weiter zu, sagte Quitterer. Gleichzeitig brauche die alternde Bevölkerung mehr Versorgung. Außerdem gingen in den nächsten Jahren auch in der Ärzteschaft viele der "Babyboom"-Generation in den Ruhestand.

"Die Entwicklung ist beunruhigend", warnte der Kammerpräsident. In Bayern habe sich die Zahl der Medizinstudienplätze zwar durch die Gründung einer Fakultät in Augsburg positiv entwickelt, sagte Quitterer. Es sei aber wichtig, dass etwa in Niederbayern eine weitere Medizinfakultät geschaffen wird.

Kontroverse Debatten erwartet die Spitze der Ärztekammer über die Behandlungsmethoden der Homöopathie. Das Landes-Ärzteparlament wird entscheiden, ob Mediziner in Bayern weiterhin offiziell die Zusatzbezeichnung "Homöopathie" erwerben können. Die Diskussion über die Homöopathie sei "vermintes Gelände", sagte Kammer-Vize Andreas Botzlar. Er und Präsident Quitterer würden die Diskussion deshalb in keine bestimmte Richtung lenken, kündigte er an.

In anderen Ärztekammern verliefen entsprechende Abstimmungen unterschiedlich. Neun Kammern haben bei einer Aktualisierung ihrer Weiterbildungsordnungen die Zusatzbezeichnung "Homöopathie" gestrichen, vier haben sich für den Zusatz entschieden. Weitere vier Kammern haben noch keine Entscheidung getroffen, darunter Bayern.

© dpa-infocom, dpa:211012-99-570269/2

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