Ämter handeln bei Kontakten "unter Umständen mit Zeitverzug"

Die bayerischen Gesundheitsämter sind mit der Nachverfolgung von Corona-Kontakten immer häufiger überfordert. "In Landkreisen, in denen es sehr viele Infektionen gibt, können infizierte Personen unter Umständen nur mehr mit Zeitverzug vom Gesundheitsamt kontaktiert werden", teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
| dpa
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Eine FFP2-Maske liegt auf einem Leuchttisch.
Eine FFP2-Maske liegt auf einem Leuchttisch. © Frank Rumpenhorst/dpa/Illustration
München

Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte der dpa: "Die Gesundheitsämter arbeiten mit Hochdruck daran, jede durch Fachpersonal positiv getestete Person zu kontaktieren. Allerdings kann es zu Verzögerungen kommen, wenn viele Neuinfektionen gleichzeitig vorliegen." Der Fokus liege ganz klar beim "Schutz der besonders vulnerablen Gruppen".

Schon seit Anfang November konzentrieren sich die Gesundheitsämter bei der Ermittlung von Kontakten auf Haushaltsangehörige und Menschen, die viele andere anstecken könnten, insbesondere in Pflege- und Altenheimen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Obdachlosen- und Asylunterkünften. "Personen, die nicht diesen Gruppen angehören, werden nicht mehr regelmäßig vom Gesundheitsamt kontaktiert", sagte ein Ministeriumssprecher. "Stattdessen können sie durch die infizierten Personen selbst informiert werden." Entscheidend sei jetzt Eigenverantwortung: Wer Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten habe, müsse unbedingt den Hausarzt kontaktieren und dort einen PCR-Test machen.

Ob die im Fokus stehenden Kontaktpersonen immer rechtzeitig informiert würden, lasse sich nicht pauschal beantworten, hieß es im Ministerium. Das hänge auch vom Arbeitsaufkommen der einzelnen Gesundheitsämter ab. Die Fallzahlen dürften im Herbst und Winter weiter steigen.

Aktuell seien in Bayern zwar fast 4400 Menschen in der Kontaktverfolgung tätig, 900 mehr als noch vor zwei Wochen. Aber die Zahl der zu ermittelnden und zu informierenden Kontaktpersonen je Infiziertem sei deutlich höher als im vergangenen Jahr, als noch Kontaktbeschränkungen bestanden hatten.

© dpa-infocom, dpa:211116-99-13660/2

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