Abschlussklassen zurück im Schulhaus

Seit Mitte Dezember sind alle Schulen in Bayern geschlossen. Nun entspannt sich die Corona-Lage peu a peu, die ersten Schüler dürfen nun wieder im Schulhaus unterrichtet werden. Doch das passt nicht jedem.
| dpa
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"Coronavirus" steht auf einer Tafel in einem leeren Klassenzimmer.
"Coronavirus" steht auf einer Tafel in einem leeren Klassenzimmer. © Armin Weigel/dpa/Archivbild
München

Dank sinkender Corona-Neuinfektionen dürfen die ersten Schüler in Bayern an diesem Montag wieder in ihrem Klassenraum lernen. Fast sieben Wochen waren sie nun zu Hause - Treffen nur noch digital am PC, üben in Lernplattformen, der Lehrer auf Distanz. Nun heißt es wieder: Maske auf und Abstand halten, soweit es geht.

Seit dem 16. Dezember vergangenen Jahres waren Bayerns Schulhäuser coronabedingt geschlossen, nur Notbetreuung möglich. Jetzt dürfen zunächst die Abschlussklassen an Gymnasien sowie Fachoberschulen (FOS) und Berufsoberschulen (BOS) in den Wechselunterricht - also mal Lernen zu Hause, dann wieder mit verminderter Schülerzahl im Klassenraum.

"Schriftliche Leistungsnachweise können auch in voller Klassen- bzw. Kursstärke durchgeführt werden, wenn im Prüfungsraum durchgängig ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann", teilte das Kultusministerium mit.

Auch für Mädchen und Jungen anderer Schulformen, die vor der Abitur- beziehungsweise Fachabiturprüfung stehen - etwa an den Abendgymnasien - soll vom 1. Februar an Wechselunterricht stattfinden. Dazu zählen auch diejenigen in den beruflichen Schulen, bei denen noch vor Ostern die Abschluss- oder Kammerprüfungen geplant sind. Insgesamt betrifft es rund 2,3 Prozent der 1,65 Millionen Schüler im Land.

Weil die Prüfungen der Abschlussklassen bei den Mittelschulen, Realschulen und Wirtschaftsschulen später beginnen als beispielsweise die der Gymnasien, dürfen deren Schüler noch nicht zurück ins Schulhaus.

Die Lehrergewerkschaft GEW kann die Entscheidungen nicht verstehen. "Eigentlich hatte die Kultusministerkonferenz vorgesehen, gemäß Stufenplan vor allem die Jüngsten als erstes wieder in den Präsenzunterricht zu bringen - was ja Sinn machen würde", sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Florian Kohl. "Digitale Lernangebote sind gerade für die Jüngsten viel schwerer umzusetzen.

Nun dürften aber diejenigen wieder ins Schulhaus, "die wohl die besten Voraussetzungen haben, um auf Distanz lernen zu können und die sich nachweislich leider genauso schnell infizieren wie Erwachsene", kritisiert er.

Auch von der FDP kommt Kritik. "Gerade an den beruflichen Schulen droht ein Raumproblem aufgrund des hohen Anteils an Abschlussklassen", sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Matthias Fischbach.

Wegen mehrerer Verdachtsfälle einer Corona-Mutation müssen die Abschlussklassen in Stadt und Landkreis Hof anders als im Rest Bayerns weiter im Distanzunterricht lernen. Nach Angaben von Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) ist das der ausdrückliche Wunsch der Schulen gewesen. Auch im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge sowie in Stadt und Landkreis Bayreuth sollen die Absolventen aufgrund der hohen Infektionszahlen zunächst eine Woche länger daheim bleiben.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) möchte allerdings erst nach dem 14. Februar wieder die Schulen für weitere Klassenstufen öffnen. Vor dieser Entscheidung soll es allerdings einen Bildungsgipfel mit allen Beteiligten geben. Der blickt dann natürlich auch auf das Infektionsgeschehen.

Zur Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfungen kehren auch Auszubildende in Handwerksberufen von Montag an in den Präsenzunterricht zurück. "Handwerker werden an der Werkbank ausgebildet", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Distanzunterricht funktioniere hier nicht. "Es wäre schmerzhaft gewesen, wenn durch mangelnde Prüfungsvorbereitungen Auszubildende ihren Abschluss nicht geschafft hätten."

© dpa-infocom, dpa:210131-99-240136/2

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