Ein Aneurysma geht nie von allein weg

Unser Kolumnist beantwortet eine Leserfrage zu krankhaften Aussackungen der Hauptschlagader
| Bruno Reichart
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Nachfragen zu meiner Kolumne „Zeitbombe im Körper“ über das Aorten-Aneurysma im Bauchraum: AZ-Leserin Petra H., selbst eine Betroffene, möchte mehr wissen über die krankhaften Aussackungen der Hauptschlagader, diesmal über die im Brustraum – Fragen, die ich gern beantworte. Zunächst kurz zur Anatomie:

Die Aorta entspringt der linken Herzhälfte, macht nach etwa zehn Zentimeter in Richtung Kopf einen Bogen und nimmt dann den absteigenden Verlauf durch den Brustraum in Richtung Beine. Das Zwerchfell ist die Grenze: Oberhalb spricht man von thorakalen, unterhalb von abdominalen Aorten-Aneurysmen.

Im Brustbereich sind degenerative Veränderungen Ursachen für die Gefäßwandschäden. Sie bewirken eine Schwächung und damit eine verminderte Widerstandsfähigkeit gegen den Nummer-Eins-Risikofaktor der westlichen Welt, den Bluthochdruck. Im schlimmsten Fall können die Aussackungen, die man sich wie einen prall gefüllten Luftballon vorstellen muss, spontan platzen; es kommt zu starken, eventuell tödlichen Blutungen.

Als krankhafte Verbreiterungen der thorakalen Aorta gilt ein Wert von mindestens 50 Prozent von der Norm: bei Männern heißt das fünf bis fünfeinhalb Zentimeter, bei zierlichen Frauen vier bis viereinhalb Zentimeter. Wichtig ist es, Aneurysmen vor dem Einreißen zu therapieren, obwohl sie lange Zeit keine Symptome zeigen. Beim thorakalen Aneurysma entscheidet man sich aufgrund der lebenswichtigen Abgänge von Herz- und Hirngefäßen häufig immer noch für eine Operation, wobei man den erkrankten Gefäßabschnitt entfernt und mit einer (Dacron-) Röhre ersetzt. Stents kann man im absteigenden Teil anwenden.

Zur letzten Frage von Frau H: Nein, ein Aneurysma geht leider nie von allein wieder weg. Seine eventuelle Größenzunahme muss in Abständen beobachtet werden. Um diese Verschlechterungen zu verhindern, senkt man zunächst den Blutdruck auf 140/90.

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