Zweiter Hund beteiligt? Schädelbruch, weil ein Hund vors Rad springt

Hund Fynn ist vor das Fahrrad gelaufen und hat damit einen schweren Unfall verursacht. Foto: privat

Hund Flynn ist vor das Fahrrad einer Frau gesprungen, die sich durch den Unfall einen Schädelbruch zuzog. Das Oberlandesgericht muss entscheiden, ob ein zweiter Hund beteiligt war. Nur dann muss die Halterin einen Kostenteil tragen.

München/Obermenzing - Fynn war diesmal nicht dabei. Am Freitag verhandelte das Oberlandesgericht (OLG) ohne den schwarzen Flat Coated Retriever, der im Oktober 2013 eine Münchnerin (58) in einem Obermenzinger Park zu Fall gebracht hatte. Als ihr der Rüde vors Rad sprang, versuchte die Frau noch zu bremsen und auszuweichen. Sie stürzte vom Rad und schlug ohne Helm mit dem Hinterkopf auf den Asphalt.

Die schlimmen Folgen: Schädelbruch, Hirnblutung und Prellungen. Fynns Besitzerin wurde zur Kasse gebeten, ihre Versicherung zahlte mehr als 40 000 Euro für Behandlungskosten, Verdienstausfall und anderes. Doch die Versicherung sieht sich nicht allein in der Haftung.

Ein zweiter Hund beteiligt

Denn ein zweiter Hund, ein Pudel-Mischling, soll an dem Unfall beteiligt gewesen sein, weil er mit Fynn herumtollte. Die Richter des OLG-Senats ließen aber bereits durchscheinen, dass ein Hundehalter nur dann für einen Unfall mithaften muss, wenn sein Tier konkret am Unfallhergang beteiligt war.

Die Beteiligung des Pudels ist aber umstritten. Auch die Zeugen machten widersprüchliche Angaben darüber, wie sich die Hunde verhalten haben. Nach Überzeugung des OLG ist eine Mitschuld des Pudel-Mischlings so nicht bewiesen. Das Gericht riet der Haftpflichtkasse daher, die Berufung gegen die Klageabweisung in erster Instanz zurückzunehmen. Der Anwalt der Versicherung will sich das noch überlegen.

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