Zwei Länderspiel-Klassiker Im Taxi zum Titel: Löw läutet die heiße Phase ein

Bundestrainer Joachim Löw: "Ich will Spieler, die für die Mannschaft in jeder Sekunde alles geben. Es braucht Qualität, Teamfähigkeit, eine hohe Sozialkompetenz und eine gewisse Toleranz. Nur wer ein funktionierendes Team hat, der hat die Chance, Weltmeister zu werden." Foto: dpa

Werbedrehs, Fotoshootings, Trikotpräsentation - die Woche der Länderspiel-Klassiker beginnt für den Weltmeister mit viel Arbeit neben dem Platz. Aber: "Man muss sich jetzt schon gedanklich mit der WM beschäftigen", sagt Bundestrainer Joachim Löw.

Berlin - Joachim Löw startete den langen Weg zum nächsten Titel im Taxi, für seine Spieler begann der wohl härteste Konkurrenzkampf der deutschen WM-Geschichte abseits des Platzes.

Werbedrehs, Fotoshootings, Trikotpräsentation - schon kurz nach ihrer Ankunft im Berliner Luxushotel "Das Stue" war es mit der Ruhe für die Weltmeister um Toni Kroos, Mesut Özil und Mats Hummels vorbei. Für einen Blick auf die spanische Botschaft und das nebenan liegende Wildpferdgehege im Zoologischen Garten blieb keine Zeit.

Zeit will auch Löw im Kampf um den fünften Stern nicht verlieren, obwohl der Bundestrainer angesichts der zahlreichen Marketingaktivitäten erst am Mittwoch mit der sportlichen Vorbereitung seines 25-Mann-Kaders auf die Länderspiel-Klassiker am Freitag (21 Uhr/ZDF) im Londoner Wembleystadion gegen England und vier Tage später in Köln (20:45 Uhr/ARD) gegen Frankreich beginnen kann.

Löw gibt gedudig Autogramme

"Man muss sich jetzt schon gedanklich mit der WM beschäftigen. Ich erwarte von den Spielern, dass sie sich wahnsinnig intensiv vorbereiten. Im täglichen Ablauf, in der Professionalität und im Lebenswandel muss man alles dafür tun", sagte Löw, der schon 35 Minuten vor dem Treffpunkt in Sichtweite der Siegessäule im schwarzen Outfit mit Schal und Sonnenbrille aus dem Taxi stieg und erst einmal geduldig Autogramme gab.

Seinen Spielern um die Rückkehrer Mario Götze und Ilkay Gündogan sowie Debütant Marcel Halstenberg schrieb er 250 Tage vor dem WM-Auftakt in Russland andere Dinge ins Stammbuch. "Ich will Spieler, die für die Mannschaft in jeder Sekunde alles geben. Es braucht Qualität, Teamfähigkeit, eine hohe Sozialkompetenz und eine gewisse Toleranz. Nur wer ein funktionierendes Team hat, der hat die Chance, Weltmeister zu werden", sagte Löw.

Für seinen 23er-WM-Kader bewerben sich rund 40 Kandidaten. Nach der makellosen Qualifikation mit zehn Siegen in zehn Spielen geht es für die seit 19 Begegnungen ungeschlagene DFB-Elf nun an den Feinschliff. Auch wenn England und Frankreich den Ausfall zahlreicher Stars beklagen - den Three Lions fehlen unter anderem Torjäger Harry Kane, Dele Alli und Kapitän Jordan Henderson - ist sich Teammanager Oliver Bierhoff sicher: "Wir haben einen tollen und breiten Kreis von Spielern. Von daher sind solche Spiele gegen solche Gegner wichtig. Es wird schon ernst."

Comeback von Gündogan und Götze

Ernst wird es auch wieder für Götze und Gündogan nach einjähriger Abwesenheit. "Wenn sie fit sind und zu hundert Prozent ihre Leistung abrufen können, sind sie für jede Mannschaft der Welt eine Bereicherung. Sie sind bei uns unglaublich wichtig", lobte Bierhoff. Durch ihre Rückkehr wird das Gedränge um die Plätze im Mittelfeld noch größer.

Gündogan stört das nicht, er ist von seiner WM-Teilnahme überzeugt - wenn ihn nicht wieder eine Verletzung stoppt. "Dann bin ich mir sehr sicher, dass ich dabei sein werde", sagte Gündogan im Interview mit spox.com. Er fühle sich gut, sei soweit fit, das Knie halte. Er freue sich über jede Minute, die er spielen könne, sagte Gündogan.

Der 27-Jährige von Manchester City räumte allerdings ein: "Momentan fehlt mir natürlich noch ein bisschen der Rhythmus." Bierhoff lobte derweil Gündogans "unglaubliche Qualitäten".

Götze gab sich etwas zurückhaltender, beim Werbedreh für Mercedes und bei der Trikotpräsentation bei Adidas war der Siegtorschütze des WM-Finals 2014 aber gleich wieder mittendrin. "Mario hat sehr konstant und kontinuierlich an seinem Comeback gearbeitet", sagte Bierhoff. 

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