Zufällig aufgeflogen Webcam verrät Cannabis-anbauenden Waffennarren

, aktualisiert am 06.04.2017 - 14:08 Uhr
Eine Webcam im Keller ließ den 49-jährigen Münchner auffliegen. (Archiv-/Symbolbild) Foto: Daniel Bockwoldt/Gretel Johnston/dpa/AZ

Ein Münchner hat in seinem Haus zwei Cannabisplantagen angebaut – dazu hortete er Unmengen an Munition sowie einige Schuss-, Stich- und Hiebwaffen. Auch in seinem Ferienhaus in Deggendorf wurde die Kripo fündig.

München/Deggendorf - Am vergangenen Montag durchsuchte die Kripo München das Haus eines 49 Jahre alten Münchners. Im Keller und im ersten Stock fanden die Beamten zwei professionell aufgezogene Cannabisplantagen sowie mehrere Waffen und Munition.

Der Auslöser für die Kontrolle war äußerst skurril: Im November 2016 kaufte sich ein Mann aus Wiesbaden eine spezielle Webcam, die durch Wärme und Bewegung ausgelöst wird – anschließend können die Aufnahmen an eine zuvor eingerichtete Email-Adresse gesendet werden. Der Mann richtete die Webcam ein – nach einiger Zeit gab er das Gerät allerdings zurück. Bei der Rückgabe glaubte er, sämtliche Daten, die vorher auf der Webcam waren, gelöscht zu haben.

Am 22. Januar bekam der Wiesbadener dann plötzlich mehrere Fotos der Webcam an seine Email-Adresse geschickt. Darauf zu sehen: Der 49-jährige Münchner, der an einer größeren Marihuana-Plantage zu Werke war. Daraufhin brachte der Mann die Webcam-Aufnahmen zur Polizei. Die Ermittlungen führten die Beamten schließlich zum Haus des 49-Jährigen und den insgesamt 115 Marihuana-Pflanzen. Die Polizei geht derzeit von einem Ertrag von rund 700 Gramm aus. Noch ist nicht klar, inwiefern der Mann mit den Drogen gehandelt hat.

Samurai-Schwert, Tomahawk, Machete - und Tausende Schuss Muniton

Zwei Schusswaffen waren in einem Tresor eingesperrt – sie wurden einem Beamten des Münchner Kreisverwaltungsreferats (KVR) übergeben. Im Schlafzimmer des Elektrotechnikers fanden die Beamten ein Samurai-Schwert, einen Tomahawk und eine Machete. Daneben fanden die Polizisten unter dem Bett vier Pistolen, zwei weitere Langwaffen und mehrere Hundert Schuss verschiedener Munitionen. In einer Kiste neben dem Bett befanden sich mehrere Tausend Zündhütchen. Im Auto des Mannes fanden die Beamten auch noch zwei Jagdmesser.

Nach der Durchsuchung folgte eine weitere Kontrolle im Ferienhaus des Münchners. In Deggendorf fand die niederbayerische Polizei ebenfalls mehrere Tausend Schuss Munition sowie rund 6,5 Kilo Treibladungspulver. Die Räumung des Ferienhauses wurde am Abend abgebrochen und tags darauf fortgesetzt. Neben 11.000 Schuss Munition und dem Treibladungspulver konnten die Beamten noch zwei Druckluftwaffen und einen Präzisionsbogen finden. Daneben beschlagnahmten sie noch Geräte, die man zum Wiederladen von Treibladungsmunition benutzt.

Die Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel-, Waffen- und Sprengstoffgesetz wurden eingeleitet.

Lesen Sie auch: Fünf Täter stürmen Juwelier mit Pfefferspray

  • Bewertung
    12

JETZT LESEN

Auch interessant

11 Kommentare

Kommentieren

  1. null