Zeustempel als Vorlage Diese Statuen gehen auf ein Münchner Gymnasium

Diese griechischen Statuen sollen bald ins Wilhelmsgymnasium (kleines Foto) einziehen. Foto: Raoul Kager, Archiv Lehrstuhl für Baugeschichte/TUM München/Koppermann, Martha Schlüter

Mit der Sanierung des Wilhelmsgymnasiums im Lehel sollen 21 Abgüsse griechischer Figuren einziehen. Das Original findet sich im olympischen Zeustempel.

Lehel - Es ist eine ganz und gar ungewöhnliche Hochzeitsgesellschaft, die nach der Instandsetzung 2018 in das humanistische Wilhelmsgymnasium an der Thierschstraße einziehen soll: 21 Figuren aus Alabasterstuck und Stahl zeigen die Hochzeit des Helden Peirithoos mit der Fürstentochter Hippodameia aus dem Geschlecht der Lapithen.

Da sich die Lapithen und die pferdeähnlichen Kentauren, mit denen Peirithoos verwandt war, in der griechischen Mythologie jedoch immer feindlich gegenüberstanden, hielt der Hochzeitsfrieden nicht lange – und so entspann sich ein erbitterter Kampf.

Das 30 Meter lange und 3,50 Meter hohe Ensemble soll nun dauerhaft im Gymnasium aufgestellt werden. Der Bildungsausschuss des Münchner Stadtrats hat der Aufstellung der bis zu 600 Kilogramm schweren Figuren, den nötigen baulichen Maßnahmen und dem Transport zugestimmt.

Die Statuen sind allerdings nur Kopien: Sie wurden anlässlich der Olympischen Spiele 1972 im Deutschen Museum ausgestellt. Das originale Ensemble wurde für den Zeustempel in Olympia gefertigt und ist dort heute im Archäologischen Museum zu sehen.

Münchner Abgüsse blieben Öffentlichkeit lange verborgen

Ursprünglich waren sie eine komplette Rekonstruktion vom Westgiebel des Zeustempels. Doch als die nach 1972 abgebaut wurde, ging die Einfassung kaputt. Darauf lagerte man die übrig gebliebenen Statuen im "Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke" ein.

Jetzt sollen die Statuen also aufs Gymnasium gehen – doch bis es so weit ist, muss das denkmalgeschützte Gebäude erst einmal saniert werden: Das Großprojekt für 46 Millionen Euro umfasst unter anderem Abriss und Neubau des Mittelbaus, Barrierefreiheit, Fassadensanierung mehr Räume sowie eine neue Turn- und Pausenhalle. Die Schüler werden in Container ausgelagert. Wenn alles fertig ist, sollen die Statuen Studierenden, Wissenschaftlern und natürlich den Schülern zugänglich sein. Bleibt zu hoffen, dass sich Letztere an den griechischen Streithanseln kein Beispiel nehmen.

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