Die Bayerische Staatsbibliothek hat historische Karten vom 16. bis 19. Jahrhundert digitalisiert – und in eine App gepackt. Dadurch wird virtuelle Zeitreise durch Bayern ermöglicht.

 

München - Das Smartphone ortet seinen Standort, zeigt ihn als blinkenden Punkt auf der Karte an. Die hat wenig gemein mit der heutigen Realität – denn das Smartphone ortet seinen Standort im Jahre 1568, auf einer fein gestochenen Landtafel von Philipp Apian.

Diese virtuelle Zeitreise ermöglicht die App „Bayern in historischen Karten“, die die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) jetzt herausgebracht hat. Dafür hat sie 257 Kartenblätter vom 16. bis 19. Jahrhundert digitalisiert. Einzigartige historische Karten Bayerns sind so für jeden erlebbar, von den Landtafeln Apians aus dem Jahre 1568 bis zum „Topographischen Atlas vom Königreiche Bayern“ (1812 – 1867).

Die BSB verfügt über eine der europaweit bedeutendsten historischen Kartensammlungen – und die sind in der App „georeferenziert“. Das heißt, dass 2500 Denkmäler, Klöster, Burgen und Schlösser blau auf der Karte markiert sind, der Nutzer kann sie antippen und erfährt dann mehr darüber. Dafür hat die Staatsbibliothek mit dem Haus der Bayerischen Geschichte, der Schlösser, Gärten und Seen-Verwaltung und dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation zusammengearbeitet.

Über 800 hochaufgelöste historische Ortsansichten von Michael Wening, Matthäus Merian und Hartmann Schedel sind in die App integriert. Auch über die Kartographen und die Entstehung der App, die vom Finanzministerium gefördert wurde, erfährt der Nutzer mehr. Mittels einer eingeblendeten Bedienungsleiste lässt sich leicht zwischen Ansichten von 1568, 1670, 1782, 1812, 1876 und heute wechseln.

Die App ist gratis fürs iPhone und auch für Android-Smartphones bald über GooglePlay erhältlich. Bayern wie Touristen können damit eine geschichtliche Stadtführung erleben – vor Ort oder vom Sofa aus.