Eigentlich sollte die Ära von 1860-Geschäftsführer Markus Fauser mit Jahreswechsel beendet sein, aber er ist noch im Amt. Auch eine eigentlich geplante Aufsichtsratssitzung fand nicht statt.

München - Löwen-Routinier Jan Mauersberger ist einer der zahlreichen Fußball-Profis, die den Kontakt mit ihren Fans in den sozialen Netzwerken pflegen. Der Vizekapitän des TSV 1860 glänzt auf Facebook durch Weihnachtsgrüße von der Skipiste sowie Neujahrswünsche aus Bangkok und ein Strandfußball-Video aus dem Thailand-Urlaub.

"Bin und bleib halt ein Verteidiger. Aber auch am anderen Ende der Welt am zocken", kommentierte der 31-Jährige mit einer Prise Selbstironie die gefilmte Szene, in der er am Mini-Tor vorbeischießt. Was Sechzigs Innenverteidiger mühelos gewinnen würde – und damit wären wir bei seinem Arbeitgeber – wäre ein Vergleich, was die Informationspolitik anbelangt. Mauersberger-Fans sind bestens informiert, was dieser Löwe so treibt. In den Köpfen vieler Sechzig-Anhänger schwirren dagegen Fragezeichen über die Ausrichtung ihres Herzensklubs umher.

Was ist mit Markus Fauser?

Haben die Bosse um Präsident Robert Reisinger und die Investorenseite um Hasan Ismaik die stade Zeit zu einer Annäherung genutzt? Und was ist mit Geschäftsführer Markus Fauser, dessen Wirken an der Grünwalder Straße mit dem Jahreswechsel abgeschlossen werden sollte? Giesinger Klärungsbedarf!

"Stand jetzt bin ich noch Geschäftsführer", erklärte Markus Fauser auf AZ-Nachfrage. Die Gesellschafter würden im Hintergrund aber an der Nachfolge arbeiten. Mehr hatte Fauser, stets um den Schutz des zarten Löwen-Pflänzchens bemüht, nicht zu verkünden.

Vizepräsident Hans Sitzberger sprang ihm zur Seite, was die zeitliche Komponente anbelangt: "Wie Reisinger kürzlich erklärt hat: Es wird bald eine geordnete Übergabe geben. Nächste Woche können wir mehr sagen." Dann soll der paritätisch aus Vereinsvertretern (Reisinger und Robert von Bennigsen) und der Investorenseite (Hasan und Yahya Ismaik) besetzte Beirat darüber tagen. Fausers Verlängerung scheint somit in einer Woche Vergangenheit zu sein.

Notfalls ziehen die Bosse die 50+1-Regel

Als Favorit der e.V.-Vertreter gilt weiter der bisherige Finanz-Leiter Michael Scharold als kostengünstige Lösung. Nach AZ-Informationen würde der Jordanier lieber Franz Gerber installieren, was auf wenig Gegenliebe stößt: Die Klubbosse würden notfalls einmal mehr die 50+1-Regel ziehen. Zur Erinnerung: Bereits im Sommer hatten Reisinger und Co. Fauser als Interimslösung durchgedrückt, obwohl Ismaik Gerber öffentlich als "ehemaligen Trainer und Manager von zahlreichen deutschen Klubs und, besonders wichtig, ehemaligen 1860-Spieler, der in München lebt", angepriesen und als Geschäftsführer favorisiert hatte.

Die Gunst einer im Dezember geplanten Aufsichtsratssitzung konnten beide Seiten übrigens nicht nutzen: "Die Sitzung hat nicht stattgefunden, da hat sich nichts getan", so Sitzberger. Gute Vorsätze für 2018? Die Löwen scheinen noch im sanften Winterschlaf.

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