Zehn Monate nach Festnahme Wolbergs veröffentlicht Videobotschaft: «Möchte ins Amt zurück»

Joachim Wolbergs (SPD) wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Foto: Armin Weigel/dpa

Wolbergs beteuerte in dem etwa zehnminütigen Video erneut seine Unschuld.

Regensburg - Zehn Monate nach seiner Festnahme hat sich der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet und erklärt, dass er in sein Amt zurückkehren wolle. Das Vertrauen der Menschen in ihn sei seit seiner Festnahme vor zehn Monaten erschüttert, sagte Wolbergs in dem etwa zehnminütigen Video, das am Dienstagabend zuerst der Fernsehsender TVA ausstrahlte. "Ich will in einem rechtsstaatlichen Verfahren beweisen, dass das Vertrauen gerechtfertigt war und ist", sagte er. Die Staatsanwaltschaft hatte Ende Juli Anklage gegen Wolbergs erhoben. Sie wirft ihm unter anderem Bestechlichkeit vor.

Wolbergs beteuerte in dem Video erneut seine Unschuld. Er habe sich selbst immer wieder hinterfragt, ob er etwas falsch gemacht habe. Doch er sei nie bestechlich gewesen. "Keine Entscheidung würde ich heute anders fällen. Keine", betonte der SPD-Politiker. Er kritisierte die Medien wegen angeblicher Vorverurteilung und verteidigte die Mitarbeiter der Stadtverwaltung: "Die Regensburger Stadtverwaltung war und ist nicht korrupt."

Die Korruptionsvorwürfe

Wolbergs soll laut Staatsanwaltschaft einen Unternehmer bei der Vergabe eines früheren Kasernenareals im Oktober 2014 bevorzugt haben. Im Gegenzug soll der Firmenchef an die Regensburger SPD von September 2011 bis März 2016 rund 475.000 Euro gespendet haben. Der suspendierte Rathaus-Chef wies die Vorwürfe stets zurück.

Wolbergs war am 18. Januar 2017 verhaftet worden und kam in Untersuchungshaft. Das Landgericht Regensburg setzte den Haftbefehl am 28. Februar außer Vollzug, verhängte jedoch mehrere Kontaktverbote, damit Wolbergs nicht auf mögliche Zeugen einwirken kann.

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