Erst die Absage, jetzt stellt der Olympiapark eine eigene Veranstaltung mit BMX, Motocross und Skateboard auf die Beine – Red Bull hängt mit drin.

MÜNCHEN Die Nachricht, dass die X Games nicht mehr in München stattfinden würden, hatte die Olympiapark GmbH hart getroffen. Fast 120 000 Besucher hatten im Sommer ein Funsportfest gefeiert, Fortsetzung erwünscht. Dann sagte Veranstalter ESPN im Oktober alle für die Zukunft geplanten Veranstaltungen ab. „Wir können uns keine Alternative aus dem Ärmel schütteln“, sagte Arno Hartung, Leiter Kommunikation der Olympiapark GmbH.
Mittlerweile steht fest: Sie können doch. 2014 wird es wieder eine Großveranstaltung mit BMX, Motocross und Skateboard im Olympiapark geben. Nur eben nicht mit ESPN – sondern mit Red Bull als Partner. „Entweder am 12./13. Juli oder am 18./19. Juli“, sagt Hartung, „im Januar werden wir einen Zeitplan haben.“
Die neuen Extremsport-Spiele illustrieren aber auch einen Trend: Der investitionsfreudige Getränkeriese aus Salzburg weitet seinen Einfluss auf den Münchner Sport aus. Im Sommer übernahm Red Bull den EHC, die neue Multifunktionshalle für Eishockey und Basketball anstelle der Eventarena entsteht nur mit Hilfe des Unternehmens. Im Zuge der Bauplanung sind sich auch der FC Bayern und Red Bull näher gekommen. Und jetzt bekommt Red Bull auch noch Sommerspiele, bei denen ganz sicher auch der Markenname im Titel auftauchen wird.
Für den Olympiapark war die Entscheidung dennoch leicht: Entweder mit Red Bull – oder gar nicht. „Man braucht einfach starke wirtschaftliche Partner“, sagt Hartung. Der Park gewinnt durch seinen neuen Partner aber nicht nur Geld. Sondern auch eine gigantische Marketing-Maschine – und vor allem zahlreiche Spitzensportler, die sich im Netzwerk von Red Bull bewegen. Die werden sich dann an drei Orten messen: Das Olympia-Eisstadion wird wie schon bei den X-Games zum Skateboard-Areal umgebaut. Im Olympiasee, der nicht abgelassen wird, wir auf Pontons eine Motocross-Strecke entstehen. Und die BMXer werden wohl über den Stadionhügel und den Coubertinplatz fahren. Der Olympiaberg bleibt diesmal unangetastet.
Die Veranstaltung soll dabei keine einmalige Angelegenheit bleiben. „Der Hintergrund ist auf jeden Fall, eine Serie zu starten“, sagt Hartung. Red Bull ist gekommen, um zu bleiben.