Wuid Giesings wilde Seite

Das Wuid ist laut Eigenbeschreibung eine Barwirtschaft - eine Bar, in der es bayerische Küche zu essen gibt. Foto: Daniel von Loeper

Das Miss Lilly’s ist eher ein Mädchencafé. Direkt gegenüber in der Humboldtstraße haben die Betreiber mit dem „Wuid“ deshalb nun ein Lokal für Burschen aufgemacht.

Sie haben es also getan: ihre maskuline Seite herausgekehrt. Denn während sich auf der einen Seite der Humboldtstraße mit dem Miss Lilly’s ein Café befindet, das mit seiner hell-verspielten Art mädchenhafter kaum sein könnte, ist nun direkt gegenüber das „Wuid“ entstanden, eine recht düster-rustikale Wirtschaft, eher was für richtige Kerle.

„Wir wollten etwas erschaffen, was vollkommen konträr zu unserem ersten Lokal ist“, sagt Luca Gültas. Der 39-Jährige hat vor etwa drei Jahren gemeinsam mit seiner Frau und zwei Freunden ebenjenes Lilly’s aufgemacht – allen Warnungen zum Trotz. Denn die Humboldtstraße galt damals noch als gastronomische No-Go-Area. Aber Gültas ist in der Gegend aufgewachsen. „Ich habe gewusst, dass es funktioniert“, sagt er.
 
Und tatsächlich: Es hat funktioniert. Um das Lilly’s herum ist der Stadtteil gewachsen und lebendiger geworden. Mittlerweile gibt es in der Umgebung  eine ganze Reihe schicker Lokale, mit dem „Schwarzen Hahn“ sogar eine echte Rockkneipe. „Aber die ziehen mir das dort ein bisschen zu hart durch“, sagt Gültas. Sein Wuid ist da schon etwas gezähmter, eine gut austarierte Mischung aus Miss Lilly’s und Schwarzem Hahn.
 
Das Wuid ist auf eine irgendwie charmante Art schroff. Blanke Fichtenstämme dienen als Hocker, aus der Wand schaut ein Wasserbüffel. Weiter hinten im Raum haben Hobbykünstler aus der Nachbarschaft bildlich verewigen dürfen, was ihnen zum Thema „wild“ einfällt. Die Seife auf den Toiletten kommt aus Jägermeister-Flaschen und ganz am Ende des Gangs hat auch noch kleines Kicker-Zimmer Platz gefunden.
 
In diesem modern-urigen Ambiente serviert Gültas bayerische Küche, die mit viel Salat und Gemüse etwas leichter daherkommt als im klassischen Wirtshaus. Zu essen gibt es etwa ein Burschenbaguette mit 180 Gramm Rinderlende (14,90 Euro) oder Kaiserschmarrn für zwei (13,90 Euro). Das Helle stammt vom Tegernsee (3,50 Euro), das Weißbier von der Brauerei Hopf (3,60 Euro). Jeden Dienstag findet im Wuid zudem ein Gin-Tasting statt. Beim Gin ist das Lokal nämlich wirklich ordentlich ausgestattet: The Duke, The Botanist, Berliner Brandstifter – über 15 Sorten sind immer da. Allein dafür musste Gültas fast schon ein neues Lokal aufmachen. Zum hellen Lilly’s hätte so ein Gin-Tasting nicht so recht passen wollen.
 
Humboldtstraße 20, Di. bis So 17-1 Uhr, www.wuidbar.de

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