Wütet ein Feuerteufel in München? Nach Brandstiftung an Bagger: Hohe Belohnung ausgesetzt

In der Nacht auf Donnerstag brannte ein Bagger im Schlachthofviertel. Die Bilder vom Einsatz. Foto: Berufsfeuerwehr München

Mitten in der Nacht brennt ein Bagger auf einer Baustelle im Schlachthofviertel. Die Polizei spricht von Brandstiftung. Die Taten häufen sich – treibt ein Feuerteufel in München sein Unwesen?

Update: Nach dem Brand auf dem ehemaligen Viehof (siehe unten) hat das betroffene Bauunternehmen eine Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen. in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt

Isarvorstadt - Wie die Feuerwehr berichtet, ereignete sich der Brand in der Nacht auf Donnerstag auf einer Baustelle in der Zenettistraße. Passanten alarmierten die Leitstelle, als sie das Feuer bemerkten.

Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, stand der Kettenbagger bereits in Vollbrand. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer schnell löschen und so ein Ausbreiten auf das nebenstehende Gebäude sowie andere Fahrzeuge verhindern. Trotzdem brannte der Bagger komplett aus.

Laut Feuerwehr gab es keine Verletzten. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf 100.000 Euro. Zur Brandursache konnte die Feuerwehr noch nichts sagen. Die Polizei berichtet allerdings, dass der Bagger von bislang unbekannten Tätern in Brand gesteckt wurde.

Besitzer: "Der Baggerführer hat geweint"

"Der Baggerführer hat geweint, als er das Wrack am Morgen sah", erzählt Bauunternehmer Manfred Bergmann der AZ am Tag nach dem Brand. Der Arbeiter hatte jahrelang auf den neuen US-Bagger hingefiebert. Das Fahrzeug war fabrikneu und erst zwei Tage auf der Baustelle im Schlachthofviertel im Einsatz. Ein technischer Defekt sei derzeit war nicht ausgeschlossen – angesichts der brandneuen Maschine ist das allerdings eher unwahrscheinlich.

Zudem ermittelt das K 43, der Staatsschutz. Die Fahnder beschäftigen sich mit politisch motivierten Straftaten. Ein klares Indiz dafür, dass die Polizei den oder die Täter im linken Spektrum vermuten.

Etliche Brandstiftungen: Immer der gleiche Täter?

Erst am vergangenen Wochenende brannten zwei Autos in der Preysingstraße – auch hier sprach die Münchner Polizei von Brandstiftung. Die Taten häufen sich in den letzten Wochen: So kam es unter anderem in Giesing, der Au und Haidhausen immer wieder zu vorsätzlich gelegten Bränden an Autos und Müllcontainern. (Lesen Sie dazu: Wieder brennt es in Giesing! Müllcontainer in Flammen) Häufig waren Fahrzeuge von Bau- oder Immobilienfirmen Ziel der Brandanschläge.

Im November wurde bei einem Luxus-Sanierer in der Baldestraße ein Papiercontainer angezündet, der vor dem Gebäude stand. Zeugen sahen zwei Männer weglaufen. Die Attacke war nicht die erste ihrer Art auf diese Firma. Im Oktober 2017 standen in der Maxvorstadt und in Schwabing zwei Autos von Maklern in Flammen. Auch Fahrzeuge und Maschinen von Bauunternehmern wurden in den letzten Jahren angezündet. Erinnerungen an die Brandstiftungs-Serie von 2014 werden wach. Der Verdacht liegt nahe, dass Gentrifizierungsgegner dahinter stecken, was die Münchner Polizei so bisher allerdings nicht bestätigt

Die Karte zeigt die Brände in den letzten Wochen und Monaten. Auffällig: Vor allem im Münchner Süden kommt es vermehrt zu Vorfällen.

Zeugenaufruf: Wer hat im angegebenen Zeitraum in der Zenettistraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 43, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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