Studie: In München Steigerungen von bis zu neun Prozent erwartbar

München -  Wie weit ist der deutsche Immobilienmarkt von einer Preisblase entfernt? Weit, heißt es in der Branche, die damit Geld verdient. Eine entsprechende Studie zeigt, wie die Landflucht das Wohnangebot in Großstädten verknappt. Konkret ist die Entwicklung so: Laut der Studie der Immobilienwirtschaft für Käufer und Mieter werden Wohnungen in diesem Jahr nochmals teurer. Große Preissprünge seien aber nur in beliebten Großstädten wie München, Hamburg und Berlin zu erwarten, lautet die Prognose des Zentralen Immobilien-Ausschusses (ZIA) in seinem Frühjahrsgutachten. Eine Preisblase sei noch nicht zu erkennen, sagt der Mitautor Harald Simons, Vorstand beim Marktforschungsinstitut Empirica.
Die Sachverständigen erwarten bei den Mieten im Durchschnitt ein Plus von drei Prozent und bei den Kaufpreisen für Wohnimmobilien von fünf Prozent. In München dürften Wohnobjekte sechs bis neun Prozent teurer werden, in Berlin acht bis zehn Prozent, in Hamburg sechs bis acht Prozent, heißt es in der Studie.
Wenn man die steigende Nachfrage und das viel zu geringe Angebot betrachte, „sind die Mieten und Preise erstaunlich wenig gestiegen”, behauptet Simons. „Von einer Preisblase sind wir weit entfernt.” Das zeige sich daran, dass sich die Einkommen nicht von den Immobilienpreisen abgekoppelt hätten – anders als in den USA vom Jahr 2000 bis zum Kollaps des Marktes 2007. Simons verweist darauf, dass 63 Prozent der Mietwohnungen in Deutschland seit 2005 real – also nach Abzug der Inflationsrate – günstiger geworden seien. 37 Prozent seien teurer geworden, vor allem in den Metropolen. Der Zuzug in die Großstädte halte an, das Angebot an Wohnungen sei für die steigende Nachfrage viel zu schwach.
Als Dachorganisation vertritt der ZIA die Interessen der großen Verbände und Unternehmen der Immobilien- und Finanzbranche.