Wiesn-Blaulicht vom 01.10.2017 13-Jährige begrapscht, Dieb mit Oralsex-Masche, Striptease

, aktualisiert am 01.10.2017 - 14:37 Uhr
Alle Hände voll zu tun: Die Polizei auf dem Oktoberfest. (Archivbild) Foto: Matthias Balk/dpa

Eine Grapsch-Attacke auf eine 13-Jährige, "Heil Hitler"-Rufe eines Franzosen, ein Striptease, um ins Zelt zu kommen, Falschgeld-Delikte und etliche Taschendieb-Vorfälle. Das Wiesn-Blaulicht der Polizei München vom 01.10.2017.

München - Am Wochenende ist die Wiesn bekanntermaßen besser besucht als unter der Woche. Dementsprechend häufiger muss die Wiesnwache auch ausrücken. Das umfangreiche Wiesn-Blaulicht der Polizei München Sonntag:

Taschendieb mit Oralsex-Masche

Ein 32-jähriger Nigerianer hielt sich in der Nacht auf Samstag in der Nähe der Wiesn auf. Taschendiebfahnder aus Frankfurt am Main konnten beobachten, wie er einem 28 Jahre alten Italiener Oralverkehr anbot, diesen auch durchführte. Währenddessen griff er in die Hosentasche des Opfers und klaute ihm den Geldbeutel.

Kurz zuvor wurde er bereits dabei beobachtet, wie er bei einem 47-jährigen Deutschen und einem weiteren bislang Unbekannten auf die gleiche Weise vorging und ebenfalls Bargeld aus den Hosentaschen fischte. Die Polizei nahm den 32-Jährigen fest – er wurde der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt.

Taschendieb-Quintett festgenommen

Einen weiteren Schlag gegen dreiste Taschendiebe machten die Fahnder schon zuvor in der Nacht auf Freitag. Hierbei konnten sie beobachten, wie sich eine 15-jährige Rumänin und ein zwei Jahre älterer Landsmann bei einer Menschentraube auf der Zirkuswiese in der Nähe des Festgeländes aufhielten.

Beide machten den Anschein, als würden sie den dortigen Straßenmusikanten zuhören – doch dem war nicht so. Die 15-Jährige näherte sich einer Frau, die ihre Handtasche am Boden abgestellt hat. Mit dem Fuß schob sie dann die Tasche unauffällig ihrem Komplizen zu, der sie aufnahm und flüchtete. Kurz danach wurden jedoch beide von den Taschendiebfahndern festnommen.

Weitere Komplizen flüchteten, als sie die Festnahmen bemerkten. Berliner Fahnder konnte das Trio (28, 29, 31) jedoch noch erwischen und festnehmen. Die drei Aufpasser, sowie die beiden Haupttäter wurden nach den erforderlichen polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Frau stript, weil sie nicht ins Zelt kommt

Pure Verzweiflung bei einer Wiesn-Besucherin: Weil sie vom Sicherheitsdienst nicht mehr ins Festzelt gelassen wurde, zog sie sich vor den Ordnern aus. Dazu forderte sie die Securities auf, sie anzufassen. Als die alarmierte Polizei vor Ort eintraf, hatte sich die Frau bereits wieder angezogen. Doch dieser Zustand war nur von kurzer Dauer, denn auch vor den Polizisten zog sich die Frau aus. Bisher konnte die Identität der Frau nicht festgestellt werden – weil sie sich aggressiv verhielt, schrie und um sich trat, nahmen sie die Beamten mit auf die Wache. Freundinnen der Frau konnten verständigt werden und sie anschließend abholen.

Duo nach gescheiterten Diebstahlsversuchen festgenommen

Zwei Senegalesen (19, 31) wollten einen betrunkenen Wiesn-Besucher am St.-Pauls-Platz bestehlen. Erst verwickelten sie einen 44 Jahre alten Schweizer in ein Gespräch und tasteten gleichzeitig die Hosentaschen des Mannes ab. Als der Betrunkene etwas aufmerksamer wurde, ließ das Duo von ihm ab und ging zum nächsten Opfer.

Auch bei einem 38 Jahre alten Münchner versuchten sie es mit der gleichen Masche – auch hier waren sie allerdings nicht erfolgreich. Daraufhin wurden sie festgenommen, die betrunkenen Opfer konnten allerdings nicht vernommen werden. Gegen die beiden Senegalesen wurde Haftbefehl erlassen.

Treppensturz nach Wiesn-Besuch - Norweger stirbt

Tragischer Ausgang eines fröhlichen Oktoberfest-Besuchs: Nach der Wiesn war ein 63-jähriger Norweger mit Freunden am Donnerstagabend in einem Café in der Schillerstraße. Zeugenaussagen zufolge fiel er dort eigenverschuldet eine Treppe hinab. Ein alarmierter Notarzt behandelte den Schwerverletzten und gab an, dass "mit einem Ableben zu rechnen sei". Daraufhin wurde der Norweger ins Krankenhaus gebracht – dort erlag er dann in der Nacht seinen schweren Verletzungen.

Teenager bestehlen schlafenden Amerikaner

Taschendiebfahnder konnten am Donnerstagabend eine Gruppe von Teenagern (15, 16, 17) bei einem Diebstahl beobachten. Nach einem missglückten Versuch ging das Trio zu einem schlafenden Amerikaner (29), bei dem sie mehr Erfolg hatten. Als sich die drei Jungs gegenseitig abklatschten, griffen die Fahnder zu. Bei einem der Täter fanden sie das Handy des Amerikaners sowie einen Schlagring. Das Diebstahlsopfer bekam das Handy wieder, der Schlagring wurde von den Beamten sichergestellt.

Die drei Diebe wurden festgenommen – bei der Vernehmung gaben sie die Tat zu. Der 15-jährige Teenager wird seit Dezember 2016 beim Kommissariat 23 als jugendlicher Intensivtäter geführt. Aus diesem Grund wurde er wegen einer Wiederholungsgefahr festgenommen und der Haftanstalt überstellt. Die beiden anderen Täter wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Platzverbot für unbelehrbaren Grapscher

Münchner Rauschgiftfahnder konnten am Freitag einen 28-jährigen Pakistani dabei beobachten, wie er sich am "Kotzhügel" einem Mädchen näherte. Er rutschte immer mehr an das Mädchen heran – dann griffen die Beamten ein. Da hatte der 28-Jährige schon seine Hand am Rock der Wiesn-Besucherin. Daraufhin erhielt er einen Platzverweis für das Festgelände. Doch dieses Verbot schien dem Pakistani herzlich egal zu sein, denn schon nach kurzer Zeit ging er über einen anderen Eingang wieder aufs Gelände. Die Beamten erkannten ihn wieder und brachten ihn auf die Wache, wo er den gesamten restlichen Abend verbrachte.

Trotz Platzverbots war der Mann bereits am nächsten Tag wieder auf der Wiesn unterwegs. Er wurde durch die Videoüberwachung vor Ort wiedererkannt. Erneut versuchte er, sich einer jungen Frau anzunähern – als er ihren Rock berührte, wachte sie allerdings auf und konnte den 28-Jährigen abwehren. Gemeinsam mit einigen Freundinnen konnte sie den Mann dann verscheuchen. Kurz darauf konnte die Polizei den Pakistani festnehmen – bis Mittwoch bleibt der Mann nun in Polizeigewahrsam.

Geldbeutel-Dieb schlägt Polizisten

Nachdem er in einem Festzelt den Geldbeutel einer 27-jährigen Frau gestohlen hatte, wurde ein 19-Jähriger von der Polizei festgenommen. Als die Beamten die Personalien des Mannes aufnehmen wollten, schlug dieser einem der Polizisten ins Gesicht. Er wurde leicht verletzt. Daraufhin brachten ihn die Beamten auf die Wache.

Den 19-Jährige erwartet nun eine Strafanzeige wegen Diebstahls, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Ebenso hat die Polizei ein Platzverbot gegen den jungen Mann ausgesprochen.

Betrunkener Italiener begrapscht 13-Jährige

Widerlicher Vorfall am frühen Freitagabend in der Schaustellerstraße. Ein 38-jähriger betrunkener Italiener begrapschte eine 13-Jährige am Hintern. Der Vater des jungen Mädchens bemerkte den Vorfall und alarmierte sofort die Polizei. Die Beamten nahmen den Grapscher vorläufig fest und brachten ihn auf die Wache. Das Mädchen war durch den Vorfall dermaßen traumatisiert, dass sich von einem Psychologen betreut werden musste. Später wurde der 38-Jährige dann dem Ermittlungsrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt.

Maßkrugschlag nach Streiterei

Zwei Münchner (28, 19), die gemeinsam an einem Tisch saßen, fingen plötzlich einen Streit an. Der Konflikt schaukelte sich hoch – nach mehreren Beschimpfungen schlug der 28-Jährige seinem Kontrahenten mit einem Maßkrug gegen den Kopf. Der 19-Jährige erlitt eine stark blutende Platzwunde. Weitere Gäste konnten die beiden voneinander trennen und dem Sicherheitsdienst übergeben, danach wurde die Polizei alarmiert. Der 19-jährige Münchner kam ins Krankenhaus. Den 28-jährigen erwartet eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung – auch er bekommt aller Voraussicht nach ein Platzverbot.

Zu einer weiteren Maßkurg-Schlägerei kam es am Samstagabend: In einem Zelt schüttete ein 23-Jähriger zunächst einer unbekannten Person den Inhalt seines Maßkrugs ins Gesicht. Kurz danach schlug er diesen einem 26-jährigen Spanier frontal gegen den Kopf. Der Spanier erlitt eine Kopfplatzwunde und musste vom Rettungsdienst behandelt werden.

Der 23-Jährige wurde der Polizei übergeben und nach Abschluss aller Maßnahmen wieder entlassen. Er erhielt eine Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Gegen den Mann wird ein Platzverweis beantragt – der Polizei ist er bereits mehrfach in Erscheinung getreten.

17-Jährige versteckt Drogen im BH

Eine Beamtin durchsuchte am Freitagabend eine 17-jährige Schülerin, weil diese zuvor laut Polizei einen nervösen Eindruck gemacht habe. In der Jackentasche des Mädchens fand die Beamtin einen Joint – doch damit nicht genug. In ihrem BH hatte die Schülerin noch mehr Marihuana versteckt. Nachdem die Polizei die Eltern der 17-Jährigen verständigte, durfte sie die Wache wieder verlassen.

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