Wie gemein ist das denn? Hasenbergl: Behinderter Frau den Elektro-Rollstuhl geklaut

Barbara Ziller erlebte in der Weihnachtszeit eine unangenehme Überraschung. Foto: dpa/privat

Barbara Ziller ist außer sich: Über Weihnachten verschwindet ihr 100 Kilo schwerer Stuhl aus einem Mietshaus.

Hasenbergl - Wie gemein ist das denn? Einem gehbehinderten Menschen den Rollstuhl klauen – und das auch noch ausgerechnet über die Weihnachtsfeiertage. Genau das ist einer 57-Jährigen jetzt im Hasenbergl passiert.

Barbara Ziller ist seit einem Schlaganfall vor einem Jahr auf ihren Rollstuhl angewiesen. "Ich brauche ihn jeden Tag. In meiner Wohnung habe ich einen normalen Rollstuhl, aber für Besorgungen außer Haus, für Ausflüge brauche ich den mit Elektroantrieb."

Die Duisburgerin besuchte über die Weihnachtsfeiertage Freunde, die in München leben. Am Freitag, dem 22. Dezember, kam sie im Hasenbergl an.Um sich in der Wohnung ihrer Gastgeber zu bewegen, war der rund 100 Kilo schwere Elektro-Roll-Stuhl zu unhandlich. Deshalb wurde er im Keller des Mietshauses in der Rainfarnstraße abgestellt. Ein Bereich, zu dem sich jeder Zutritt verschaffen kann.

Als Barbara Ziller am 27. Dezember wieder die Heimreise ins Ruhrgebiet antreten wollte, war der Rollstuhl verschwunden, gestohlen. "Ich kann ohne meine Eletro-Rolli nicht zurück nach Duisburg", sagt sie. "Ich muss ihn unbedingt zurückbekommen." Der Rolli kostete 4.000 Euro, eine teure Anschaffung für die 57-Jährige.

"Weiß nicht, wie es ohne ihn weitergehen soll"

Ihre Freunde suchten mit Unterstützung des Hausmeisters zunächst selbst nach dem Rollstuhl – das komplette Mietshaus, den Keller, die nähere Umgebung der Rainfarnstraße. Nirgends fanden sie eine Spur von dem Rollstuhl.

Barbara Ziller erstattete schließlich Anzeige bei der Polizei. Doch auch die Fahndung verlief bisher erfolglos.

Vermutlich haben die Diebe den Rollstuhl mit dem Lift vom Keller hoch ins Erdgeschoss gebracht und sind dann mit ihm verschwunden. Das dürfte nur wenige Minuten gedauert haben. Im Haus hat jedenfalls niemand etwas davon mitbekommen. Keinem sind Fremde aufgefallen, oder kann sich an verdächtige Ereignisse über die Weihnachtstage erinnern.

Möglicherweise haben sich Jugendliche einen Spaß gemacht und sind mit dem Rollstuhl herumgefahren, bis der Akku leer war. Barbara Ziller hofft, dass die Verantwortlichen so anständig sind und den Rollstuhl zurückgeben: "Ich weiß wirklich nicht, wie es ohne ihn weitergehen soll."

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