Flugausfälle in München Sturm, Glätte, Schnee: Tief "Friederike" kommt nach Bayern

, aktualisiert am 18.01.2018 - 08:50 Uhr
Sturmtief "Friederike" bringt unangenehmes Wetter nach München. Foto: dpa

Bayern rüstet sich für das Sturmtief "Friederike". Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt, dass es an diesem Donnerstag in vielen Teilen des Landes Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 80 bis 100 Kilometern pro Stunde geben könnte.

München - Heute vor genau elf Jahren wurde Deutschland von dem verheerenden Orkan Kyrill getroffen. Dieser brachte damals von Kiel bis zum Alpenrand bis in die Niederungen Orkanböen von teilweise über 140 km/h. So heftig wird es heute beim Sturm "Friederike" zwar nicht werden, doch auf das Sturmtief birgt Gefahren: Zwischen Rhön und Fichtelgebirge kann es zu orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Stundenkilometern kommen, auf den Alpengipfeln werden bis zu 150 Stundenkilometer erwartet. Dazu warnen die Wetterexperten besonders am Morgen vor Glätte. Je nach Höhenlage soll es zudem regnen oder schneien.

Aufgrund des Sturmtiefs sind am Münchner Flughafen bereits einige Flüge gestrichen worden. Acht Flüge von und nach Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Köln der Lufthansa wurden wegen des Sturmtiefs annulliert, wie der Flughafen München am Donnerstagmorgen mitteilte. Darüber hinaus fallen acht Flüge der niederländischen Airline KLM aus, die aufgrund des Wetters in Amsterdam nicht starten. Im Laufe des Tages könnten zudem noch weitere Flugausfälle hinzukommen, sagte ein Sprecher des Flughafens.

Wetterexperte: Sturmtief "Friederike" verläuft "nach Plan"

"Der Sturm zieht derzeit über die Nordsee und verlagert sich mit seinem Zentrum Richtung Norddeutschland. Dort wird er am Mittag vorbeiziehen. Er entwicklet sich derzeit wie von den Wettermodellen berechnet. Alles läuft quasi nach 'Plan'. Sein Sturmfeld erreicht mit den ersten schweren Sturmböen im Laufe des Vormittags den Westen Deutschlands. Los geht es in Nordrhein-Westfalen. Dort erwarten wir Spitzenböen zwischen 110 und 130 km/h und das in den Niederungen. In den vergangenen Stunden haben sich die Berechnungen der Wettermodelle noch einmal verschärft. Es könnte in der Mitte tatsächlich ein größeres Orkan-Ereignis werden. Spätestens um die Mittagszeit dürfte es dort dann auch zu ersten größeren Behinderungen im Bahn- und Flugverkehr kommen. Dann zieht Friederike weiter nach Osten. Teile von Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, aber auch Hessen und Rheinland-Pfalz werden getroffen werden. Etwas ruhiger geht die Sache ganz im Norden von statten. Dort zieht das Zentrum des Tiefs vorbei und daher weht hier nur ein vergleichsweise laues Lüftchen. Sturmböen, teils auch schwere Sturmböen gibt es zudem noch in Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch dort in der Sturm nicht so heftig wie in der Mitte des Landes", erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Infolge des Wetters verzeichnete die bayerische Polizei in der Nacht zum Donnerstag im nördlichen Schwaben und im nördlichen Oberbayern mehr als 100 Autounfälle, bei denen fünf Menschen leicht verletzt wurden. Die Polizei wies daraufhin, dass Unfälle nicht durch schlechte Witterung, sondern durch nicht angepasste Fahrweise ausgelöst würden.

Für die Alpen hat der bayerische Lawinenwarndienst die zweithöchste Gefahrenstufe (Stufe 4) herausgegeben. Durch die Kombination aus Neuschnee und Wind sei die Lawinengefahr groß und werde in den kommenden Tagen angespannt bleiben, hieß es in einer Mitteilung.

Die Wetteraussichten für München und das Umland

Donnerstag: Am Vormittag Schneefällen bei Temperaturen um 1 Grad. Am Mittag wolkig bei bis zu 7 Grad, gegen Abend einsetzender Niederschlag. In der Nacht leichter Regen bei Tiefsttemperaturen von 3 Grad. Wind aus südwestlicher bis westlicher Richtung. Böen können Geschwindigkeiten von bis zu 90 Km/h, in exponierten lagen sogar von bis zu 105 km/h erreichen.

Freitag: Ein Mix aus Regen und trockenen Phasen bei rund 2 Grad. Nachmittags steigen die Temperaturen nur unwesentlich auf 3 Grad. Größtenteils trocken. Nachts leichter Schneefall bei temperaturen um den Gefrierpunkt. Der Wind weht aus westlicher Richtung, Böen können Geschwindigkeiten zwischen 20 und 56 km/h erreichen.


Definition: Wind - Sturm - Orkan

Windstärke:
Windstärken werden nach der von dem britischen Admiral Francis Beaufort (1774-1857) entwickelten Skala berechnet. Sie reicht von 0 Beaufort (Windstille) bis zur Stärke 12 (Orkan).

Böe:
Böen sind kräftige Windstöße, die den Zehn-Minuten-Mittelwert der gemessenen Windgeschwindigkeit für bis zu 20 Sekunden übersteigen.

Sturm:
Stürmischer Wind (Stärke 8) erreicht eine mittlere Geschwindigkeit von 62 bis 74 Kilometern pro Stunde - gemessen in zehn Metern Höhe über freiem Gelände. Bei Sturm fegt der Wind mit einer mittleren Geschwindigkeit von 75 bis 88 Stundenkilometer über freies Gelände (Stärke 9). Bei Wind mit Tempo 89 bis 102 (Stärke 10) spricht man von einem schweren, bei 103 bis 117 (Stärke 11) von einem orkanartigen Sturm.

Orkan:
Orkane sind besonders heftige Stürme mit 118 Kilometern pro Stunde und mehr (Stärke 12). Sie richten oft schwere Verwüstungen an.


Alle weitere Infos zum Wetter, inklusive Prognosen, finden Sie auf der AZ-Wetterseite.

Jetzt neu: Die AZ-App mit Push-Benachrichtigung!

Verpassen Sie nie mehr, wenn in München, Bayern oder Welt etwas passiert. Die App für Android und iOS mit automatischer Benachrichtigung für Ihr Smartphone oder Tablet gibt es hier kostenlos zum Download:

Android-App jetzt herunterladen iOS-App jetzt herunterladen!