Wer rückt nach? Ex-VW-Patriarch Piëch legt sein letztes Automandat nieder

Ex-VW-Patriarch Piëch. Foto: Marijan Murat/Archiv/dpa

Ferdinand Piech sitzt seit über 30 Jahren im Kontrollgremium von Porsche. Jetzt gibt er seinen letzten wichtigen Posten ab.

Stuttgart - Der frühere VW-Konzernlenker Ferdinand Piëch (80) gibt wie geplant seinen letzten wichtigen Posten in der Autobranche ab.

Er werde sein Aufsichtsratsmandat bei dem VW-Großaktionär Porsche SE zum 8. Dezember niederlegen, teilte die Porsche SE (PSE) am Mittwoch in Stuttgart mit. Piëch sitzt seit 1981 in dem Kontrollgremium.

Mit der Mandatsniederlegung reagiert Piëch darauf, dass der im April angekündigte Verkauf seines PSE-Aktienpakets an andere Mitglieder aus dem Autoclan Porsche/Piëch nach Prüfung durch die Behörden inzwischen umgesetzt wurde. Er hielt etwa 14,7 Prozent der Stimmrechte an der Porsche SE, das Aktienpaket war rund eine Milliarde Euro wert. Er bleibt zwar noch Miteigentümer, ihm verbleibt aber nur noch ein kleiner Anteil von unter einem Prozent der Stimmrechte.

Spekulationen über Familienstreit als Grund seines Abgangs

Die Porsche SE hält die Mehrheit der Stimmrechte bei VW. Dadurch haben die Familien Porsche/Piëch entscheidenden Einfluss auf den Kurs von Europas größtem Autobauer. Gewissermaßen das Familienoberhaupt ist der Piëch-Cousin Wolfgang Porsche. Piëch hat sich nie öffentlich über die Gründe seines Abgangs bei der PSE geäußert - es wird vermutet, dass dies im Groll über seine Verwandten geschah.

Von ihnen hatte Piëch 2015 in einem Machtkampf mit dem damaligen VW-Vorstandschef Martin Winterkorn keinen Rückhalt bekommen und daraufhin seinen Chefposten im VW-Aufsichtsrat niedergelegt. Nur das Mandat bei Porsche blieb ihm - das aber ist bald Geschichte. Wer aus der Familie nachrückt und Piëch-Nachfolger wird im Kontrollgremium der Finanzholding, wurde zunächst nicht bekannt.

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