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Weniger Geld, aber: KVR-Chef fordert mehr Radwege

Willi Bock, vom 23.11.2011 08:00 Uhr
In München fehlen noch Radwege. Foto: Fotolia
In München fehlen noch Radwege. Foto: Fotolia

Das Fahrrad wird für die Münchner immer wichtiger: Immer mehr Münchner sind mit dem Radl unterwegs, aber das Wegenetz reicht längst nicht mehr aus.

MÜNCHEN - Heute fahren 70 Prozent mehr Münchner mit dem Rad als noch im Jahre 2002. Der Anteil am Gesamtverkehr (Auto, MVV, zu Fuß) stieg damit von zehn auf 17,4 Prozent. Aber diese Medaille hat eine Kehrseite: Damit nehmen auch die Probleme und Konflikte zu, weil das Radwegenetz mit dem Wachstum nicht mithalten kann, wie KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle im Stadtrat zugab. Er fordert: Die Stadt muss viel mehr in den Ausbau der Rad-Infrastruktur investieren.

Umstritten war gestern im Stadtrat, ob es dafür eine Radlkampagne braucht. Die wurde 2010 begonnen und wird nun mit den Stimmen von SPD und Grünen um drei Jahre bis 2014 verlängert (erst waren zwei weitere Jahre vorgesehen). Ohne Radlclown – der ist gestrichen.

Das ursprünglich geplante Budget wird um 300000 Euro auf 1,6 Millionen Euro gekürzt. CSU, Linke und FDP sind gegen die Kampagne: Den Münchnern sei nicht zuzumuten, wenn gleichzeitig im KVR gespart und der Service schlechter werde.

KVR-Chef Wilfried Blume will den Schwerpunkt auf „Sicherheit und Rücksichtnahme” verlegen. „Wir müssen uns um die Qualität des Radfahrens kümmern”, meinte er: Denn es drängten sich immer Radler auf zu wenigen Radwegen.

Als eingefleischter Radfahrer kann er da mitreden. Das Urteil des Referenten über die die Lage in der „Radlhauptstadt München” ist hart: Die Situation werde sich weiter verschärfen, weil der der Anteil des Radverkehrs in zehn Jahren von 17,4 auf 25 Prozent steigen werde. Damit werde „das vorhandene Angebotsdefizit” sich „weiter verschärfen”. Und das „Konfliktpotenzial” „noch einmal mit unerfreulichen Konsequenzen für die Verkehrssicherheit” vergrößern.

Komisch, dass das bekannt ist, aber die Stadt trotzdem zu wenig macht.

Kommentare (7)
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NOV
25
07:38 Uhr, geschrieben von kopfschüttel
Respekt
Respekt, da haben Sie aber an keinem auch noch so weit hergeholten Klischee gespart lieber Vorredner. Radlaktivisten wie sie sind es, die unsere Stadtpolitik immer mehr in eine Ecke zwingen in der des Münchnerverkehrswegenetz zunehmend nach der Illusion weniger umgestaltet wird, anstatt den echten Bedarf gerecht zu werden. Sie geben vor Demokraten zu sein weil Sie ihren eigenen Willen durchsetzen wollen, unterwerfen damit aber die Mehrheit ausschließlich ihrem Willen. Wer Fahrradangebotsstreifen wie vor der Restaurant "La Baracca" in der Innenstadt nicht als gefährlich erkennt lebt in seiner eigenen Scheinwelt! Radler zwischen zwei Autospuren sind für beide Verkehrsparteien gefährlich, um von den Folgen der bei Nässe glitschigen roten Fahrbahnbeschichtung für die Motorradfahrer und Bremsmanöver noch gar nicht erst zu sprechen.
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NOV
23
10:53 Uhr, geschrieben von Bernd Schneider
In München
Braucht's ned mehr Fahrradwege sondern weniger Fahrradfahrer damit wieder Platz auf den Wegen ist und vor allem weniger rote Ampeln. Kaum hat man bissl Schwung drauf, muss man schon wieder wegen einer roten Ampel bremsen.
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NOV
23
10:22 Uhr, geschrieben von Kleiner
Wilfried Blume-Beyerle hat absolut recht!
"Die Stadt muss viel mehr in den Ausbau der Rad-Infrastruktur investieren." Daumen hoch sag ich da nur! In die Infrastruktur der motorisierten Giftgas-Terroristen werden im Großraum München Milliarden versenkt, während man für die Förderung von Gesundheit und Umweltschutz beim Verkehrsmittel nur ein tausendstel an Investitionen übrig hat. Das lässt sich selbst mit der starken Autolobby in München nicht mehr erklären, das ist schlichtweg hinrissig und absurd.
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