Während des Zweiten Weltkrieges fielen Millionen Bomben auf Deutschland. Jahrzehnte später liegen noch Zehntausende Blindgänger im Erdreich und müssen von Spezialisten entsorgt werden.

Berlin/München -  Während des Zweiten Weltkrieges fielen Millionen Bomben auf Deutschland. Jahrzehnte später liegen noch Zehntausende Blindgänger im Erdreich und müssen von Spezialisten entsorgt werden. Dabei kam es zuletzt 2010 auch zu Todesfällen.

Einige spektakuläre Fälle der vergangenen Jahre:

24. August 2012: Der Kampfmittelräumdienst entschärft in Mülheim an der Ruhr eine Zehn-Zentner-Bombe. Sie war bei Bauarbeiten im Garten einer Kita gefunden worden. Rund 7000 Menschen müssen die Sperrzone verlassen.

Dezember 2011: Die bisher größte Evakuierungsaktion wegen eines Blindgängers in Deutschland: Rund 45 000 Menschen in Koblenz müssen ihre Häuser verlassen – fast die Hälfte der Einwohner der Stadt. Betroffen sind auch Altenheime, Krankenhäuser und ein Gefängnis. Rund 2500 Helfer sind im Einsatz. Kampfmittelräumer entschärfen anschließend zwei gefährliche Weltkriegsbomben im Rhein: eine 1,8 Tonnen schwere britische Luftmine und eine kleinere US-Bombe.

Oktober 2011: Nach dem Fund eines Blindgängers wird die Innenstadt von Halle (Sachsen-Anhalt) komplett evakuiert. Etwa 20 000 Menschen sind betroffen, darunter 1000 Patienten und Mitarbeiter einer Klinik. 700 Helfer sind im Einsatz.

Januar 2011: 11 500 Menschen müssen ihre Wohnungen in Hannover verlassen, weil zwei Blindgänger entschärft oder gesprengt werden. Die Autobahn 2 und die Bahnstrecke bei Hannover werden gesperrt.

Juni 2010: Bei einer Routine-Entschärfung explodiert ein Blindgänger in Göttingen (Niedersachsen); drei erfahrene Sprengmeister im Alter von 38, 52 und 55 Jahren kommen ums Leben. Zwei Menschen werden schwer verletzt, vier weitere Männer erleiden einen Schock. Die mit einem Säurezünder ausgerüstete Bombe war bei Bauarbeiten auf einem Schützenplatz in sieben Metern Tiefe entdeckt worden.

Oktober 2006: Die Explosion einer fünf Zentner schweren Fliegerbombe reißt einen 46 Jahre alten Bauarbeiter an einer Autobahnbaustelle in Aschaffenburg in den Tod. Vier Kollegen und eine Autofahrerin erleiden einen Schock. Bis zu 500 Meter weit geschleuderte Trümmerteile beschädigen zwei Häuser in der Nachbarschaft der A3 und sieben vorbeifahrende Fahrzeuge. Die von dem Arbeiter gesteuerte Fräsmaschine war zufällig auf den Blindgänger gestoßen.

Dezember 2005: Mit einer kontrollierten Sprengung wird im Zentrum Berlins eine britische 500-Kilo-Bombe unschädlich gemacht. Bauarbeiter hatten sie auf dem Boulevard Unter den Linden entdeckt. Straßensperrungen verursachen ein Verkehrschaos.

Mai 2002: Spezialisten machen eine britische 1900-Kilo-Bombe im Berliner Stadtteil Köpenick unschädlich. Mehr als 1000 Bewohner im Umkreis von 500 Metern sind betroffen. Die im Volksmund „Wohnblockknacker“ genannte Bombe enthält 1,3 Tonnen Sprengstoff.

Dezember 1997: In Ludwigshafen müssen 26 000 Menschen ihre Häuser verlassen. Auch ein Krankenhaus wird geräumt. Eine 40-Zentner-Bombe liegt rund 200 Meter entfernt von einer Fabrik, in der Trink- und Industriealkohol hergestellt wird.