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Weltcup-Slalom Warten auf: 4 Grad minus

Thomas Becker, vom 13.12.2011 17:00 Uhr
So sieht’s aus: Mehr als Grasski ist derzeit am Olympiaberg nicht drin. Wie Skifreund Alex hoffen die Organisatoren des Slalom-Weltcups noch auf die weiße Pracht. Foto: Petra Schramek
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Der Olympiaberg ist noch grün. Vor dem Weltcup-Slalom am 1. Januar braucht es dringend einen Wetterumschwung

MÜNCHEN - Der Gabl Karl ist der Wetter-Papst der Alpininsten, Entscheider über Everest-Gipfelsturm oder Warten im Basislager. Nun ist er in Rente gegangen, doch die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kurz ZAMG, ist weiterhin der älteste staatliche Wetterdienst der Welt - und somit die wichtigste Informationsquelle für die Macher des Weltcup-Slaloms am Olympiaberg. In zweieinhalb Wochen sollen dort die 32 weltbesten Skiläufer 15000 Fans mit einem Parallel-Slalom verzücken, doch noch ist der Berg so grün wie im Sommer. Keine Spur von Schnee. Stattdessen: Jogger in kurzen Hosen. Doch die ZAMG macht Hoffnung: „Der Trend geht Richtung mehr Winter!”

Das muss er auch, der Trend. Sonst müssten Münchens Ski-Fans auf die Fortführung der wunderbaren Premierenveranstaltung vor einem Jahr verzichten, was doch sehr schade wäre. Groß war die Vorfreude gewesen, Bastian Schweinsteiger kam zur Pressekonferenz mit seinem alten Renn-Spezl Felix Neureuther, der sich wenige Tage später dann ein sensationelles Flutlicht-Rennen mit Super-Star Bode Miller liefern sollte.

Auch der Welt-Skiverband FIS war so begeistert, dass für die kommenden Jahre gleich Nägel mit Köpfen gemacht wurden. „Wir planen fünf Jahre im Voraus mit München und Moskau”, sagte unlängst Günter Hujara, der FIS-Renndirektor. Am Neujahrstag 2012 sollen nun erneut die 16 im Gesamtweltcup bestplatzierten Skirennfahrer und -fahrerrinnen am Olympiaberg im K.o.-System gegeneinander antreten. In Moskau steigt dann am 21. Februar ein weiterer Parallelslalom.

Doch der Dezember 2010 sah komplett anders aus als sein Nachfolger: zwar auch trocken, dafür aber eisekalt - ideal für die Pistenpräparierer und ihre Schneekanonen. Wochenlang konnte Kunstschnee produziert werden, so dass die Rennläufer auf der nur 200 Meter langen Strecke schließlich beste Bedingungen vorfanden.

Heuer sieht es anders aus: Zwar kommen die Aufbauten und Vorarbeiten rund um die Piste ohne Schnee diesmal wesentlich einfacher und zügiger voran, doch der wichtigste Bestandteil für die Veranstaltung ist erst ab vier Grad minus zu haben: Schnee. Und so stehenn all die Kanonen am Olympiaberg tatenlos und warten, bis jemand den Knopf drückt. Schnee herbei karren geht auch nicht – es gibt ja nirgends welchen. Selbst die Zugspitzbahn eröffnet erst am Samstag den Skibetrieb.

Organisations-Chef Frank Seipp glaubt, mit seinen Helfern innerhalb von 48 Stunden eine rennfertige Piste hinzaubern zu können - wenn es denn kalt genug wird. Anstelle von Karl Gabl sitzt nun der Meteorologe Albert Leichtfried bei der ZAMG in Innsbruck. Seine Vorhersage für München, gültig bis Mitte nächster Woche: „Es zeichnet sich ein Wetterumschlag ab. Wir haben eine relativ starke West-Strömung. Kommt das Wetter aus Südwest, so wie jetzt, ist es eher warm. Bei Nordwest-Strömung, so wie ab Sonntag, wird es kühler, dann können ein paar Flocken fallen. Im weiteren Verlauf der Woche wird es Höchsttemperaturen von null Grad geben, in der Nacht also Minus-Grade. Ich sehe einige Ausschläge nach unten, aber ob das zum Schneemachen reicht? Schwer zu sagen.”

Bleibt die Hoffnung auf den Trend zum Winter. Am 22. Dezember kommt die FIS zur offiziellen Schneekontrolle in den Olympiapark - bis dahin sollte nichts mehr grün sein. Sonst wird aus dem zuletzt so stimmungsvollen Jahresauftakt noch ein Versicherungsfall.
 

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