Das Lachen wollte aus dem Gesicht von Severin Freund gar nicht mehr verschwinden. Gleich beim ersten Einzel-Weltcup der neuen Skisprung-Saison kam der Rastbüchler auf der Normalschanze von Lillehammer zum Sieg.

Lillehammer - In einem spannenden Wettbewerb setzte sich der Bayer mit Weiten von 98 und 100,5 Metern und der Gesamtnote 268,5 durch. Dabei verwies er den Österreicher Thomas Morgenstern (99/102/267,2) und den norwegischen Weltcup-Gesamtsieger der vergangenen Saison, Anders Bardal (98/101/267,0), auf die Plätze.

Anzeige

"Das ist ein Hammer-Saisoneinstieg, ich bin sehr glücklich. Es war sehr schön, heute zu springen. Ich bin im Moment sehr entspannt, weil ich komplett schmerzfrei bin. Ich genieße es einfach", meinte der Sieger. Er wusste nicht so recht, wie ihm geschah. Denn so hatte noch vor einem halben Jahr niemand mit ihm gerechnet. Da musste sich der 24-Jährige einer Bandscheibenoperation unterziehen. Er begann sehr spät mit dem Sommer-Training und kam erst bei den letzten beiden Springen des Sommer-Grand-Prix ins internationale Wettkampfgeschehen zurück. Und wie: Er gewann in Klingenthal und holte sich dort auch den Meistertitel auf der Großschanze. Und das mit neuem Material. "Die Umstellung hat mich nicht behindert", sagte Freund.

"Das ist ein toller Saisonstart. Ich habe es sehr genossen, abzuwinken. Es war wunderbar", jubelte Bundestrainer Werner Schuster und lobte seinen Schützling Freund. "Für Severin war es schwer, denn die Springer vor ihm hatten Aufwind, er hatte keinen mehr. Da musste man schon eine fantastische Qualität zeigen. Er hat den Sprung super getroffen."

Für ungläubiges Staunen hatte bei Halbzeit Andreas Wellinger gesorgt. Der 17-Jährige hatte mit 103 Metern nicht nur die größte Weite gestanden, sondern sich vor allen Etablierten an die Spitze des Klassements gesetzt. "Es war ein richtig schöner Sprung, da hat alles gepasst. Ich nutze die Tage hier, um mich an das hohe Niveau heranzutasten", sagte der Ruhpoldinger. So ganz egal war es ihm dann aber doch nicht, als Letzter des Wettkampfes auf den Balken zu klettern. Dennoch sprang er noch einmal 98,5 Meter weit und wurde Fünfter. "Als ich abgeschwungen bin, konnte ich schon jubeln, weil es ein unglaublicher Wettkampf für mich war", meinte der Youngster.

"Ihn haben wir im Sommer entdeckt. Er ist ein sehr interessanter Mann und hat mich mit seinen Qualitäten überzeugt. Seine Stärke ist seine Unverbrauchtheit, zudem hat er gute Hebel", lobte und beschrieb Schuster das neue Juwel in seinem Kader.

Enttäuschung herrschte bei Andreas Wank. Der Sommer-Grand-Prix-Gesamtsieger schied als 37. des ersten Durchganges frühzeitig aus. "Der Weltcup-Start kommt für mich etwas zu früh, mir fehlen noch ein paar Prozent. Ich hoffe, dass es auf der Großschanze am Sonntag besser klappt", sagte der Oberhofer.