Wegen Szene gegen Bremerhaven David Leggio, der Mister Unsportlich beim EHC München

Buhmann! EHC-Goalie Leggio stößt gegen Bremerhaven das Tor um, um einen Konter zu unterbinden. Foto: Augenklick/Rauchensteiner

EHC-Goalie David Leggio nutzt eine Lücke im Regelwerk und stößt beim Spiel gegen Bremerhaven das Tor bei einem Angriff um. Kollege Konrad Abeltshauer meint dazu: "A bisserl a Fuchs"

München - David Leggio ließ sich feiern. Nach dem 5:2-Sieg des EHC Red Bull München am Oberwiesenfeld gegen Bremerhaven klatschten die Teamkollegen auf Eishackler-Art ab, ein kurzer Schlag mit der behandschuhten Faust auf die Maske. Keine Frage, der amerikanische Goalie des Double-Meisters war der Matchwinner. Er strahlte. Er war zufrieden. Mit dem Erfolg, den drei Punkten, mit sich selbst.

Doch es gibt Siege, die ihren Wert verlieren durch die Art, wie sie zustande kommen. Denn Leggio hat den Erfolg mit einer der Unsportlichkeiten des Jahres in der DEL eingeleitet. In der 29. Minute beim Stande von 1:1 stürmten gleich zwei Bremerhavener Stürmer allein auf ihn zu. Doch Leggio stellte sich nicht der Übermacht, er drehte sich um, schob einfach das Tor mit aller Kraft aus der Verankerung. Die Schiedsrichter mussten abpfeifen. Die Strafe nach dem Regelwerk: Penalty. Ross Mauermann trat an und scheiterte an Leggio. Mit seiner Aktion, mit der die Fairness mit Kufen getreten wurde, hatte der Übeltäter also auch noch Erfolg. "Kein Kommentar", sagte Gäste-Trainer Thomas Popiesch danach. Seine Miene sprach hingegen Bände.

David Leggio ist Wiederholungstäter

2014 hatte er in der amerikanischen Liga AHL als Goalie der Bridgeport Sound Tigers das Tor verschoben. Auch damals mit Erfolg. Die AHL und die NHL änderten damals die Regeln - die Lex Leggio. In solchen Situationen wird nun auf Tor entschieden. Die DEL versäumte das - und so schlug Leggio wieder zu.

"Er hat uns die Szene damals sicher 100 Mal in der Kabine gezeigt" , sagte Verteidiger Yannic Seidenberg vor dem Spiel des EHC bei den Iserlohn Roosters, das der EHC am Sonntag mit 5:1 gewann (Torschützen: Frank Mauer, Patrick Hager, Mads Christensen, Jon Matsumoto, Keith Aucoin). Stürmer Matsumoto, Doppeltorschütze gegen Bremerhaven, fand Leggios Idee "unglaublich. Vielleicht ist ein bisschen unfair, aber eben nicht gegen die Regeln." EHC-Verteidiger Konrad Abeltshauser meinte: "Wenn du so was machst, bist a bisserl a Fuchs. Wenn du sowas weißt und dich in den Regeln bewegst, ist es halt legitim."

Legitim nicht, legal schon. Immerhin gab Abeltshauser zu, dass er das vielleicht anders sehen würde, wenn er ein Bremerhavener Trikot getragen hätte. "Mich würde nicht wundern, wenn die Liga die Regel zur nächsten Saison ändert", sagte er. Es wäre höchste Zeit, solche Unsportlichkeiten haben auf dem Eis nichts verloren.

EHC-Trainer Don Jackson konnte sich auch nicht dazu durchringen, nach dem Sieg die Größe zu zeigen und die Aktion zu verdammen. "Wenn man das als Unsportlichkeit einstuft, ist das auch nur eine Meinung. Es ist nicht an mir, ein Urteil zu fällen. Ich kenne David sehr gut. Er liebt Eishockey, ich weiß, wie leidenschaftlich er seinem Beruf nachgeht", sagte Jackson, "er ist eine sehr clevere Person, die sich eine Taktik zurecht gelegt hat, die ihr in solchen Situationen hilft. Deshalb muss ich ihm dafür Anerkennung zollen, denn er hat sich dazu Gedanken gemacht. Ohne Zweifel ist das Spiel danach in unsere Richtung gelaufen."

Stellt sich die Frage, ob man so gewinnen will. Der Zweck heiligt keinesfalls immer die Mittel.

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