Da der Handball-Supercup in die Eishalle verlegt wurde, muss der DEL-Klub zum Auftakt seiner Saisonvorbereitung in die Arena des Erzrivalen Riessersee ausweichen. Manager Winkler ärgert’s

München-  Seit Bestehen des EHC München, der im Jahre 2002 seinen Namen erhielt und seit dieser Saison nun EHC Red Bull München heißt, ist das Olympia-Eisstadion die Wirkungs- und Arbeitstätte der besten Eishackler Münchens. Doch jetzt wird man zwangsumgesiedelt. Handball hat den EHC auf Eis gelegt.

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Da der Handball-Supercup zwischen Double-Gewinner THW Kiel und Vizemeister Flensburg-Handewitt aufgrund eines Dachschadens nicht wie vorgesehen am 21. August in der Olympiahalle ausgetragen werden kann, müssen die Eishackler den Handballern weichen, der Supercup findet in der Eishalle statt. „Eigentlich mag ich Handball als Sport, aber nicht, wenn sie den in unserer Halle betreiben”, ärgert sich EHC-Manager Christian Winkler, „dass wir in der wichtigsten Vorbereitungsphase auf die neue Saison drei Tage nicht auf unser Eis können, war ein Schock. Gerade, wenn man viele neue Spieler integrieren muss, kommt es auf jede Minute an, die man zusammen auf dem Eis ist. Das ist schon eine kleine Katastrophe.”Eine kleine Katastrophe, die Coach Pat Cortina aber nicht aus der Ruhe bringt: „Ich kann es nicht ändern, also nehme ich es hin. Ich verstehe aber die Verärgerung unserer Geschäftsführung. Aber mein Job ist es, das Beste daraus zu machen.”
Neukapitän Felix Petermann sagte: „Durch so etwas kommt man schon aus dem Rhythmus.”

Für den EHC war in den letzten Tagen daher Schadensbegrenzung angesagt. Viele Telefonate wurden geführt, Gefälligkeiten eingefordert. Nun wird man auf ein Mini-Trainingslager nach Garmisch gehen. Der EHC flieht vor den Handballern ins Gebiet des Erzrivalen SC Riessersee. Am Montagvormittag fahren die Roten Bullen ins Werdenfelser Land, Mittwoch Abend geht’s zurück. „Mein Motto ist ja: Kein Schaden ohne Nutzen”, sagt der in Garmisch lebende Winkler, „eigentlich war aus Kostengründen dieses Jahr kein Trainingslager vorgesehen, jetzt werden die Spieler drei Tage lang 24 Stunden am Tag zusammen sein, da lernt man sich viel besser kennen.”

Der Trip kommt nicht nur ungelegen. sondern er wird auch teuer. Die Kosten für Bus, Hotelzimmer, Eisfläche, Essen belaufen sich auf gut 5000 Euro. Nach AZ-Informationen wird mit dem Olympiapark, der ja forciert hatte, dass die Eishalle Ersatzaustragungsort für den Supercup wird, über eine teilweise Übernahme der Kosten verhandelt. Winkler: „Ich kann nur so viel bestätigen, dass sich unsere Finanzgeschäftsführung in Gesprächen mit dem Olympiapark befindet.”