FC Bayern: Das große Warten auf den großen Kracher - Sportdirektor Matthias Sammer ist bislang der prominentester Neuzugang. „Es geht um die Knete“

München - Bayern München führt in diesen Tagen seine Neuzugänge erstmals der Presse vor. Rückkehrer Claudio Pizarro berichtete grinsend, dass er erstmal Mitspieler Rafinha als Mieter in seinem Haus in Grünwald gekündigt hat. Jungspund Xherdan Shaqiri präsentierte sich als „Winnertyp, die sie beim FC Bayern brauchen“. Und Lockenkopf Dante erzählte, dass er keine seiner üblichen Wetten über die Rasur seiner Haare im Fall eines Titelgewinns abschließen werde – weil drei Jahre ohne Titel für den deutschen Fußball-Rekordmeister schlichtweg „unmöglich“ seien.

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Erzrivale Dortmund hält Transfer-Rekord

Nette Geschichten von guten Fußballern. Auf die ersten Stories des nach der Vize-Saison versprochenen großen neuen Stars wartet man bei den Bayern allerdings weiter vergeblich. Die prominenteste Neuverpflichtung gab es in Sportdirektor Matthias Sammer für die Schlüsselposition abseits des Platzes. Den „Transfer-Rekord“ in der Bundesliga vor der kommenden Saison hält so ausgerechnet immer noch Erzrivale Borussia Dortmund – der Doublegewinner hat angeblich 18 Millionen Euro für den Transfer von Nationalspieler Marco Reus von Borussia Mönchengladbach ausgegeben.

Oder ist der momentan noch urlaubende Mario Mandzukic die von Präsident Uli Hoeneß versprochene neue „Bombe“? Selbst Trainer Jupp Heynckes scheint sich da nicht so sicher zu sein – auf eine entsprechende Frage bezeichnet er den besten EM-Torjäger der Kroaten vorsichtig als „guten Spieler“. Auch der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko oder Dortmunds Torjäger Robert Lewandowski waren im Gespräch für die Planstelle im Sturm gewesen – doch die wollte Bayern wohl wegen gigantischer Ablöseforderungen nicht verpflichten.

Zwtl: 40 Millionen Euro sind Bayern zu viel

So redet in München derzeit alles von einer Verpflichtung von Welt- und Europameister Javi Martinez, auch wenn der in Spaniens Zauberteam nur ein Ergänzungsspieler ist. Das Problem am Wunschkandidaten: Atletic Bilbao will den in Innenverteidigung oder defensivem Mittelfeld einsetzbaren Mann nur für 40 Millionen Euro ziehen lassen, die in der Ausstiegsklausel seines bis 2016 laufenden Vertrags festgeschrieben sind. Weder der Kontakt mit dem Management von Martinez noch Heynckes' Anruf bei Bilbaos Präsident Josu Urrutia haben bisher eine Lösung gebracht. Dabei hat Urrutia einst unter Trainer Heynckes bei Bilbao gespielt.

„Es geht um die Knete“, sagt Heynckes dazu. Klar sei aber, dass der FC Bayern die für Martinez geforderte Megasumme „nie bezahlen wird“. 20, vielleicht 25 Millionen Euro würden sie von dem durch die Champions-League-Einnahmen der vergangenen Saison prall gefüllten Festgeldkonto wohl locker machen, um den 23-Jährigen zu verpflichten.

Matthias Sammer hat den Transfer zur Chefsache gemacht und will Martinez „sehr gut kennenlernen“. Und in Sachen weitere neue Stars hält er die Hoffnungen am Köcheln: „Warten sie einfach ab.“

 

 

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