Wieder ein Tauchunfall an der Todeswand von Allmannshausen: Drei Taucher bekommen in 56 Metern Tiefe Probleme – zwei sterben, einer wird schwer verletzt

Berg - Großeinsatz auf dem Starnberger See: Am Sonntagmorgen sind drei Taucher nahe der Seeburg am Ostufer in Not geraten. Einer der Taucher starb, einer ist schwer verletzt. Nach dem dritten wurde zunächst noch gesucht. Alle drei sind erfahrene Rettungstaucher aus dem Kreis Fürstenfeldbruck.

 

Später entdeckten sie in 53 Meter Tiefe auch noch den Leichnam des 47 Jahre alten Tauchers, teilte die Polizei am Sonntagabend mit.

Die berüchtigte „Wand“ in Allmannshausen hat damit wieder Opfer gefordert. 75 Meter geht es an dieser Stelle am Ostufer senkrecht in die Tiefe. Jetzt im Frühjahr, wenn das Wasser noch klar ist und nicht von Algenblüte oder Badegästen aufgewühlt, übt die Seeburg eine ganz besondere Anziehungskraft auf Taucher aus.

 

Am Sonntag in der Früh brachen die drei Männer im Alter von 67, 47 und 46 Jahren zu ihrem Tauchgang an der Wand auf. Aus noch ungeklärter Ursache kam es nach Angaben eines Polizeisprechers in 56 Metern Tiefe zu Problemen. Die Taucher begannen mit einem Notaufstieg. Der 67-Jährige und sein Kamerad (46) schafften es bis an die Oberfläche.

Kurz nach acht Uhr hörten Passanten Hilfeschreie aus dem Wasser. Sie konnten die beiden Taucher aus dem See ziehen. Von dem dritten aus der Gruppe fehlte zunächst jede Spur.

Trotz sofortiger Reanimation starb der 67-Jährige noch an der Unfallstelle. Der zweite Taucher wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht. Sein Zustand ist kritisch hieß es noch am Sonntagnachmittag.

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Rettungskräfte waren den ganzen Tag über mit einem Großaufgebot im Einsatz. Drei Rettungshubschrauber waren dabei auf einer Wiese am Ortsrand von Allmannshausen gelandet.

Alle drei Männer gelten nach Polizeiangaben als erfahrene Rettungstaucher und sind bei der Wasserwacht in Fürstenfeldbruck aktiv. Den Ausflug zur Seeburg hatten sie privat organisiert.

Das Ostufer des Starnberger Sees auf Höhe der Seeburg und Wasserwachtstation in Allmannshausen ist das beliebteste Tauchgebiet südlich von München. Und (neben dem Walchensee) eine der Stellen, an denen mit Tecdive-Ausrüstung tiefer als die für Sporttaucher geltende Grenze von 40 Metern getaucht werden kann. Ab 25 bis 30 Meter ist es jedoch dunkel, zudem mit drei bis vier Grad sehr kalt.

An der Steilwand gab es in den vergangenen Jahren schwere Unfälle. Erst im August 2012 kam ein Taucher aus Sachsen ums Leben.