Wahlkampf gegen die CSU Gustl Mollath auf dem Münchner Marienplatz

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Flankiert von den Grünen und den Freien Wählern reden Gustl Mollath und Wilhelm Schlötterer am Samstag vor dem Münchner Rathaus am Marienplatz

MÜNCHEN Er ist Bayerns berühmtester Gefangener: Sieben Jahre war Gustl Mollath nach einem haarsträubenden Verfahren weggesperrt in der Psychiatrie. Am Samstag, um 15. 30 Uhr, tritt er auf dem Münchner Marienplatz auf, gemeinsam mit Wilhelm Schlötterer, dem ehemaligen Top-Beamten im Finanzministerium, der in seinen Büchern abrechnet mit der CSU und ihrem System  im Freistaat.  

Mollaths Schicksal  wurde zum Wahlkampf-Thema. Bis  Horst Seehofer auch dieses Problem aus Furcht vor den Wählern abräumte. Seine Justizministerin Beate Merk musste die Staatsanwaltschaft anweisen, ein Wiederaufnahmeverfahren zu beantragen.  

Als das zulange dauerte, kritisierte Seehofer die Gerichte. Die heiße Wahlkampfphase rückte nämlich immer näher.

Am Abend des  6. August wurde Gustl Mollath freigelassen. Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte die Wiederaufnahme des Verfahrens beschlossen.

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Genau vier Wochen und einen Tag ist das dann her. Mit dabei auf dem Marienplatz ist auch Florian Streibl, der Sohn des ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl, den die CSU wegen der Amigo-Affäre abgesägt hatte. Streibl, der parlamentarischer Geschäftsführer der Freien Wähler im Landtag ist, brachte den Fall Mollath ins Rollen und initiierte den spektakulären Untersuchungsausschuss: Erstmals wurde ein weggesperrter Patient aus der Anstalt im Landtag gehört.

An Mollaths Seite steht auf dem Marienplatz auch Grünen-Fraktionschef Martin Runge, der gemeinsam mit Schlötterer landauf, landab über den Fall Mollath und das CSU-System informiert.

Für bissige Lieder wird Hans Well von der Ex-Biermösl Blosn mit seinen Kindern, den Wellbabbn, sorgen.

 

 

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