Die Löwen wollen sich im Trainingslager in Estepona optimal auf die restlichen 15 Saisonspiele vorbereiten. Auf Trainer Benno Möhlmann und Sportchef Oliver Kreuzer wartet viel Arbeit - die AZ zeigt die wichtigsten Baustellen.

München/Estepona - Eisige Temperaturen, kaum bespielbarer Platz – zuletzt passten sich die tristen Trainingsbedingungen der Tabellensituation des Zweitliga-Vorletzten TSV 1860 an. Während sich nach der katastrophalen Hinrunde nun allerhand ändern muss, lacht die Sonne den Löwen zumindest wörtlich etwas mehr ins Gesicht: Um 9 Uhr ging’s gestern im Bus zum Flughafen, von dort kurz nach Mittag etwas verspätet und mit kurzem Zwischenstopp auf Mallorca in Richtung Costa del Sol – nach Estepona an die Sonnenküste.

Acht Tage lang schwitzen die Löwen bei rund 18 Grad im Trainingslager in Südspanien. Ziel? „Richtig fit werden und das Zusammenspiel verbessern“, sagt Benno Möhlmann. Der Trainer erhofft sich dort neben dem fußballerischen Feinschliff für die Rest-Rückrunde auch einige andere Dinge, in den restlichen 15 Saisonspielen geht es schließlich um alles. In Estepona soll nun in jeder Hinsicht der Grundstein gelegt werden – die AZ zeigt die größten Löwen-Baustellen.

 

Weitere Verstärkungen

 

Neu-Löwe Jan Mauersberger flog direkt mit ins Trainingslager (siehe unten). Fehlen noch ein Flügelspieler und ein Abräumer, wie Möhlmann der AZ kürzlich bestätigte. Sportchef Oliver Kreuzer betonte vor Abflug: „Wir sind dran.“ Dennoch: Es gab Absagen – aus sportlichen oder finanziellen Gründen, aber auch weil interessierte Spieler Klarheit haben wollten. Nach den Wirren um Investor Hasan Ismaik fehlte diese, jetzt kann man zumindest einen Teil der 1,5 Millionen Euro Ablöse für Marius Wolf investieren. Kreuzer hofft auf einen späten Transfercoup: „Ende Januar ist unsere Zeit. Dann entscheiden sich Vereine oft noch, Spieler abzugeben.“

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Kader verschlanken

 

Die nicht mehr eingeplanten Emanuel Taffertshofer und Korbinian Vollmann stiegen gar nicht erst in den Flieger. Kreuzer dazu: „Emanuel wird sich wohl Würzburg anschließen.“ Bei Vollmann verzögere sich der Abgang etwas: „Er hat zwei Tage Zeit bekommen, um das zu klären. Wenn es nicht klappen sollte, fliegt er am Mittwoch hinterher.“ Dazu werde es aber wohl nicht kommen: Laut Vollmanns Berater hätten zwei, drei Vereine Interesse, darunter der FSV Frankfurt, so Kreuzer. Klingt so, als könnte 1860 diese Baustelle bald abhaken. Weitere Abgänge seien laut Möhlmann nicht geplant, „um Alternativen zu haben, falls es mit den Rückkehrern nicht so schnell klappt“.

 

Rückkehrer einbauen

 

Anfang des Jahres kehrten Kai Bülow und Guillermo Vallori ins Mannschaftstraining zurück. Möhlmann betont: „Sie sind noch nicht so weit.“ Über Training und Testspiele sollen die beiden erfahrenen Verteidiger wieder an die Mannschaft herangeführt werden. Aber bei Vallori etwa „dauert das noch ein paar Wochen.“ Stürmer Stephan Hain ist ebenfalls zurück.

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System einstudieren

 

Drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, sogar sechs auf einen Nichtabstiegsplatz. Mit 15 Toren zudem die harmloseste Offensive der zweiten Liga: Es muss sich also einiges ändern bei den Löwen. Aus dem bisherigen 4-1-4-1-System wird wohl ein 4-4-2. Möhlmann: „Das ist eine Formation, die wir trainieren und spielen wollen.“ Durch die Verstärkung mit Sascha Mölders läuft alles auf eine Doppelspitze des Ex-Augsburgers mit Rubin Okotie hinaus – und die muss sich warmschießen.

 

Torwart-Frage klären

 

Bei seinem Amtsantritt im Oktober entschied sich Möhlmann für Vitus Eicher als Stammkeeper. Im Trainingslager erhält aber Konkurrent Stefan Ortega nochmal die Möglichkeit, den Löwen-Trainer zu überzeugen: „Wir werden in den Vorbereitungsspielen beiden die gleichen Chancen geben, sich zu zeigen.“

Sehen Sie hier: Bilder - Die Löwen auf dem Weg nach Estepona

 

Teamgeist stärken

 

Möhlmann hofft, „den Zusammenhalt für die letzten 15 Spiele zu verbessern“. Klar, die Löwen müssen sich im Trainingslager einspielen – vor allem aber müssen sie eine eingeschworene Truppe werden. Dazu gibt es in Estepona gute Voraussetzungen, wie der Coach erklärt: „Es ist eine Möglichkeit, mal in einer anderen Atmosphäre zu arbeiten. Man ist ein bisschen konzentrierter und kann untereinander den persönlichen Kontakt etwas mehr pflegen.“