Schwere Brandstiftung: Ein 44-jähriger Malermeister steht vor dem Münchner Landgericht, weil er das Mehrfamilienhaus seiner Auftraggeberin in Brand gesetzt hat.

München – Ein Malermeister hat am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht gestanden, mittels Herdplatte, Zeitschaltuhr und Kraftstoff zwei Anschläge auf das Mehrfamilienhaus einer Auftraggeberin verübt zu haben.

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Der 44-Jährige ist unter anderem wegen besonders schwerer und versuchter schwerer Brandstiftung angeklagt. Seine Verbrechen sollen die Antwort auf den Entzug von Renovierungsaufträgen gewesen sein. Dieses von den Ermittlern angenommene Tatmotiv hat der Angeklagte allerdings zum Prozessauftakt bestritten.

Ihm seien 2010 Wohnung und Werkstatt in dem Haus nach 16 Jahren „aus heiterem Himmel“ gekündigt worden, sagte er. Als Revanche habe er die Eigentümerin des Wohn- und Geschäftshauses „erschrecken“ wollen und es „ein bisschen dramatisch“ gemacht. Ein Feuer sei nie geplant gewesen. Laut Anklage hat er im März und April 2011 einmal im Speicher und ein zweites Mal im Keller des Hauses jeweils eine Einzelherdplatte über eine Zeitschaltuhr mit dem Stromnetz verbunden und auf die Platte einen Kanister mit Kraftstoff gestellt.

Im ersten Fall kam es wegen eines Versagens der Uhr nicht zum Brand. Beim zweiten Mal entzündete sich der Kraftstoff gegen 5.45 Uhr morgens, der Hausmeister rief die Feuerwehr, die vor dem Löschen zunächst die mit Sekundenkleber verschlossene Tür aufbrechen musste. Es entstand ein Schaden von knapp 100.000 Euro.

„Das hat mir wirklich sehr Leid getan“, sagte der Angeklagte. Der Brand sei ein „Versehen“ gewesen. Dem 44-Jährigen wird auch vorgeworfen, der Eigentümerin nach der Mitteilung des beabsichtigten Hausverkaufs wiederholt Drohbriefe geschickt zu haben, darunter einen mit einem Bild des verstorbenen Mannes der Frau und der Ankündigung, wenn sie verkaufe, „kannst du dich dazu legen“.

In der Nacht zu Allerheiligen 2011 soll er dann das Familiengrab der Hauseigentümerin geschändet haben.