Vor dem Bundesliga-Kracher Hitzfeld: "Das ist wie Real gegen Barcelona"

Ottmar Hitzfeld gewann als Trainer mit Borussia Dortmund (1997) und dem FC Bayern (2001) die Champions League. Foto: sampics/augenklick/dpa

Ottmar Hitzfeld spricht im AZ-Interview über das Duell Bayern gegen Dortmund, sein besonderes Verhältnis zu Hoeneß - und er kritisiert Maskenstürmer Aubameyang.

München - Er hat beide Klubs zum Champions-League-Sieger gemacht: Ottmar Hitzfeld gewann mit Borussia Dortmund (1997) und dem FC Bayern (2001) den wichtigsten Vereinspokal Europas, insgesamt wurde er sieben Mal Deutscher Meister. Im AZ-Interview spricht Hitzfeld über das Bundesliga-Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky).

Ottmar Hitzfeld über:

...die Bedeutung des Duells am Samstag: "Es ist ein Prestigekampf der besten deutschen Teams. Bayern gegen Dortmund hat Tradition, ich vergleiche es immer mit dem Clasico in Spanien zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Ganz Deutschland schaut auf dieses Spiel, von daher ist die Spannung groß. Und natürlich will man sich Selbstvertrauen holen für das Pokal-Halbfinale."

...die Stärke der Bayern unter Ancelotti: "Ich sehe Bayern jetzt einen Tick stärker als unter Pep Guardiola. Die Passqualität der Mannschaft ist überragend. Bayern hat unglaublich viel Offensivkraft und eine hohe Spielintelligenz. Ancelotti hat einen großen Anteil am derzeitigen Erfolg. Er rotiert ein bisschen mehr, hat die Kräfte besser eingeteilt als Guardiola. Seine Mannschaften erreichen meistens im April oder Mai ihren Höhepunkt. Da sind die Bayern auf einem guten Weg."

... Aubameyangs Maskenjubel gegen Schalke: "Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich Aubameyang bewegt. Der Klub zeigt immer Verständnis, weil er Leistung sprechen lässt. Aber wenn Aubameyang mal keine Leistung zeigen sollte, wird so etwas zum Problem. Das kann sich zu einem Flächenbrand entwickeln. Der Klub darf sich nicht immer alles gefallen lassen."

...sein Verhältnis zu Uli Hoeneß und seinen Besuch im Gefängnis in Landsberg: "Es war mir ein großes Anliegen, Uli Hoeneß zu unterstützen. Er war mein großer Rückhalt, als ich bei Bayern war. Wir haben viele Siege gefeiert und auch harte Niederlagen zusammen wegstecken müssen. Das verbindet natürlich. In schwierigen Situationen muss man sich erst recht unterstützen. Er ist ein guter Freund von mir, wir haben eine enge Beziehung, können uns vertrauen. Das ist sehr viel wert."

Wen Hitzfeld im Dreikampf der Bayern-Innenverteidiger Boateng, Hummels und Martínez vorne sieht, warum er Dortmund stärker einschätzt als RB Leipzig - und welcher Bayern-Einkauf der "Königstransfer" war, lesen Sie in der Samstagsausgabe der Abendzeitung!

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