Vom Ministerpräsidenten zum Minister Bundesminister in spe: Wann geht Seehofer nach Berlin?

Clemens Hagen.
In der Neuauflage der Großen Koalition wird Horst Seehofer wohl Minister werden. Foto: dpa

Der CSU-Chef spekuliert jetzt angeblich auf ein Ministerium in Berlin - welches das am Ende sein könnte und wo die Probleme liegen.

Im Herbst seiner politischen Karriere kokettiert Bayerns Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer (68) ganz offen mit einem Bundesministerium in Berlin. Schon während der später gescheiterten Jamaika-Verhandlungen hatte er die verdutzte Presse vor einigen Wochen ungefragt darüber informiert, dass ihm die Kanzlerin einen Posten in ihrer Regierungsmannschaft angeboten habe. Welcher das sei, darüber hat Seehofer dann aber aus gutem Grund doch noch nicht gesprochen. Schließlich soll man das Fell des Bären, und so weiter und so fort.

Seit fest steht, dass Seehofer das Feld für seinen jüngeren Dauerrivalen Markus Söder (51) räumen wird, wirkt der CSU-Chef jedenfalls so entspannt und gelassen wie seit Jahren nicht. So, als habe er seinen Frieden mit der bevorstehenden Amtsübergabe an den Franken gemacht.

Dass ihm Angela Merkel - quasi als Austragshäusl de luxe - ein erweitertes Sozialministerium angeboten habe, darüber spekulieren sie im politischen Berlin derzeit. Vielleicht sogar Arbeit und Soziales - so wie es derzeit noch von der Sozialdemokratin Katarina Barley kommissarisch geleitet wird.

Sinn machen würde es, heißt es doch, dass die CSU dieses Mal lieber zwei Ministerien als drei haben wolle, dafür aber ein wichtiges und ein halbwichtiges statt dreier mehr oder weniger unbedeutender. Bei dem halbwichtigen Ministerium, so die Gerüchte, sei CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer in der Pole Position.

Außerdem, heißt es weiter, sei der Umzug von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach Berlin endgültig vom Tisch. Dafür gebe es jemanden, der umso heftiger in die Hauptstadt dränge: Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU). Die 39-Jährige aber solle sich, so der Wille der Parteioberen, erst einmal in München ihre Sporen verdienen.

Noch freilich sind alle diese Überlegungen nicht mehr als Sandkastenspiele. Alles hängt von den SPD-Mitgliedern ab. Stimmen sie gegen die GroKo, ist auch Seehofers angepeiltes Superministerium in Gefahr.

Das würde auch für den Fall gelten, dass die Sozialdemokraten das Finanzministerium haben wollen, falls sie zugunsten Seehofers auf Arbeit und Soziales verzichten sollen. Bei den Finanzen, so wird kolportiert, höre nämlich wiederum für Merkel der Spaß auf. Da wolle die Kanzlerin ihren Vertrauten Peter Altmaier (CDU) sehen. Eines weiß die Kanzlerin: Wie in jedem Verein hat auch in einer Regierung am Ende der Kassenwart das Sagen.

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