Volkssänger im Passionstheater Hans Söllner: leichtes Grummeln in Oberammergau

„Hey Staat!“ – der Unruhestifter Hans Söllner will im Passionstheater spielen. Foto: Bernhard Müller / www.fokus-design.com

Hans Söllner kommt ins Passionstheater – es gibt schon erste Empörungswillige.

Einer der berümtesten Sakralbauten der Gegenwart ist, wie jeder weiß, das Passionstheater in Oberammergau. Ausgerechnet hier planen die Münchner Volkstheater GmbH und Christian Stückl am 2. und 3. August ein „Heimatsound Festival“ mit Bands wie Kofelgschroa, der Express Brass Band, Moop Mama, Attwenger, Fiva & Das Phantomorchester und anderen.

Das „Garmisch-Partenkirchner Tagblatt“ wittert einen Skandal – denn Hans Söllner ist auch angekündigt – und hat sich auf die Suche nach Empörungswilligen gemacht. Max-Streibl-Sohn Florian (Landtagsabgeordneter der Freien Wähler) spürt schon „ein leichtes Grummeln“.

Aber es gibt ja auch den den ehemaligen CSU-Landtagsabgeordneten Hans Neumeier aus Unterammergau, der weiß: „Söllner sei aus der Kirche ausgetreten, als Hausbesetzer sowie aufgrund von Drogendelikten vorbestraft“. „Tief gesunken“ sei Oberammergau. Schon besser.

In all dieser unentschiedenen Empörung, die über das „leichte Grummeln“ noch nicht ganz herauskommt, gibt es immerhin einen, der schon mal ausprobiert, wie sich heiliger Zorn anhört: Ludwig Hutter kommentiert im „Garmisch-Partenkirchner Tagblatt“ die skandalösen Vorgänge und mag es gar nicht, wie sich hier die hohen politischen Herren aus der Verantwortung stehlen: „Zum Vorwand wird argumentiert, dass das ja alles Stückl & Co. zu verantworten hätten.“ Und das bringt Hutter auf die Kanzel von wo er ein vernichtendes Schlusswort donnert: „Auch Pilatus hat seine Hände in Unschuld gewaschen.“

Söllner als gottloser Unhold gegen die Dreifaltigkeit – da soll doch ein Blitz vom Himmel fahren. Radio Oberland hat schon Interview-Interesse angemeldet. Hacker hatten übrigens gerade Hans Söllners Homepage lahmgelegt. Wenn da mal nicht höhere Mächte dahinterstecken! Für alle, die jetzt eine Protestprozession ins Passionstheater planen - Karten gibt es unter Tel.: 0 88 22 / 945 88 88.

 

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