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Vidal sagt Bayern ab Hoeneß: "Da wurde ein Wort gebrochen"

Thomas Becker, vom 21.07.2011 17:30 Uhr
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Heynckes’ Wunschspieler verlässt Leverkusen – und wechselt trotz Zusage nicht nach München, sondern zu Juventus Turin. Dennoch soll auf dem Transfermarkt nichts mehr passieren.

München - Jupp Heynckes wusste schon seit Samstagnacht Bescheid. „Ich habe länger mit Arturo telefoniert“, erzählt der Bayern-Coach, „er hat mir von dem Angebot von Juve erzählt und auch von seiner Sorge, dass er aufgrund eines schriftlichen Beschlusses nicht zum FC Bayern wechseln darf und dann noch ein Jahr in Leverkusen spielen müsste. Insofern kam die Nachricht heute für mich nicht überraschend.“

Die Nachricht, die Heynckes meinte, kam aus Übersee, wo Arturo Erasmo Vidal Pardo nach dem Ausscheiden Chiles bei der Copa America noch weilte: „Ich bin glücklich. Ein großer, wichtiger Schritt in meiner Karriere zu einem der größten Klubs in Europa zu gehen.“ Vidal meinte nicht den FC Bayern. Er meinte Juventus Turin.

Die Bayern haben das Tauziehen um den begehrten Leverkusener endgültig verloren. Eine derbe Watschn für den Rekordmeister, jedoch eine mit Ansage. Schon vor Wochen hatte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler genüsslich angekündigt: „Die Bayern können bieten, was sie wollen. Sie kriegen ihn nicht."

Bayern-Präsident Uli Hoeneß nahm die Abfuhr recht gelassen, aber nicht ohne Trotz: „Das Wohl und Wehe des FC Bayern hängt nicht von Arturo Vidal ab. Man braucht schon ein großes Rückgrat, um ein Jahr bei Bayer Leverkusen zu spielen mit der Aussage: Ich gehe zum FC Bayern. Und dieses Rückgrat habe ich dem Spieler nicht zugetraut.“ Hoeneß weiter: „Wir haben zu diesem Transfer immer gesagt: Wenn es klappt, wäre es fein, wenn nicht, dann nicht. Schade, dass er sich nicht für uns entschieden hat, aber nachdem uns Leverkusen eine klare Absage erteilt hat, habe ich auch nicht mehr daran geglaubt.“

Indirekt wirft der Bayern-Boss Vidal vor, dass Geld mehr für ihn zählt als sein Versprechen: „Vidals Worte pro Bayern sind schon wieder 14 Tage her. In der Zwischenzeit sind einige Gelder über den Tisch geflossen. Das verändert die Gefechtslage“, so der Präsident bei bild.de – und: „Da wurde ein Wort gebrochen. Aber ich habe auf das Wort auch nicht viel gegeben. Da war ein südamerikanischer Spielervermittler (Fernando Felicevich, d. Red.) involviert, also hatte ich keine große Hoffnung, dass Worte noch was zählen.“
Heynckes’ Musterschüler hatte versprochen, seinem Förderer an die Isar zu folgen. „Ich weiß, dass Arturo unbedingt zu uns will“, sagte der Bayern-Coach unlängst, „er wird nicht zu Juventus gehen. Arturo Vidal kommt zum FC Bayern. Wenn nicht jetzt, dann im nächsten Jahr ablösefrei. Die Historie hat gezeigt, dass man Spieler nicht halten kann, die wechseln wollen.“

Er sollte Recht behalten: Vidal wechselte - nur ein bisschen zu weit nach Süden. In Turin soll er einen Fünfjahresvertrag unterschreiben, pro Saison rund 2,5 Millionen Euro plus Boni verdienen. Die Ablöse liegt bei 10,5 Millionen Euro und könnte erfolgsbedingt auf zwölf Millionen Euro steigen. Vidals Stammverein Colo Colo erhält 30 Prozent der Transfersumme.

Für die Bayern bedeutet Vidals Absage das Ende der Transferbemühungen. Der Kader umfasst 20 Feldspieler, darunter neun im Mittelfeld. Ohne Vidal werden wie gehabt Luiz Gustavo und Anatoliy Tymoshchuk um den Platz neben Bastian Schweinsteiger streiten. Sportdirektor Nerlinger meinte zu Vidals Absage nur: „Das ist für uns kein Problem. Unser Mittelfeld ist top besetzt und genügt höchsten Ansprüchen.“

Kommentare (5)
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JUL
24
23:35 Uhr, geschrieben von Xaver
Das Geschäftsgebaren von Uli Hoeneß kann man mit Recht kritisieren!
@Baerjj1 Herbert hat es doch treffend beschrieben. Natürlich geht es im Profifußball um Geld. Manuel Neuer spielt ja auch deshalb bei den Bayern, weil die am meisten geboten haben. So etwas kann man durchaus unter Ehrenmännern und gemäß der Regeln des Geschäfts machen. Wenn man aber, wie Uli Hoeneß das gemacht hat, Spielern, die bei anderen Vereinen noch unter Vertrag stehen, Millionensummen bezahlt, gilt das gemeinhin als Bestechung und normalerweise wird dann nicht nur die Wettbewerbskomission der Liga, sondern auch ein ordentliches Gericht tätig. Kann ein so bedachter Spieler, wenn er gegen Bayern spielt, noch eine normale Leistung bringen? Da hängen Sportwetten, Sponsorenverträge etc. von ab. Wenn man eine gemeinsame Vermarktung vertraglich vereinbart und dann die anderen Vereine um satte Zusatzeinnahmen prellt, wird das normalerweise als Betrug und Unterschlagung bezeichnet. Genau das hat Uli Hoeneß getan. Mit ordentlichem Geschäftsgebaren und Verträgen per Handschlag, die es auch heute unter Ehrenmännern noch gibt, hat das nichts zu tun. Aber Gott sei Dank besteht der FC Bayern nicht nur aus Uli Hoeneß. Selbstverständlich gibt es auch Ehrenmänner beim FC Bayern, und die sollte man nicht mit Uli Hoeneß in einen Topf werfen.
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JUL
24
18:05 Uhr, geschrieben von Baerjj1
Absurdes Denken
In welcher Scheinwelt lebt den der "Herbert" eigentlich?? Geld regiert die Welt! Und wer was anderes behauptet oder anderen, die gut damit umgehen können versucht den Spiegel der verlogenen Moral vorzuhalten, der kommt zuerst darin um! Ich weiß nicht welche berufliche Qualitäten dieser Schreiberling hat, jedenfalls scheint es so, dass an einer Stelle wo gestaltet werden muss und wo Entscheidungen getroffen werden, er davon meilenweit entfernt ist und keinerlei Ahnung vom Ganzen zu haben. Ein Widerspruch zwischen einem gegebenen Wort und einem geschäftigem Handeln muss nicht sein. Allein der geschäftliche Erfolg (finanzielle Gewinn) ist der Maßstab. Das ist heute inzwischen auch schon in jedem Kloster so. Wer etwas anderes behauptet hat vom heutigen erfolgreichen Geschäftsleben überhaupt keine Ahnung!!
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JUL
22
12:23 Uhr, geschrieben von Gregory
Vidal
Schade, dass es nicht geklappt hat. Ich war mir da sehr sicher gewesen. Aber, wenn es nur ein paar nette Worte am Telefon gab, dann ist das deutlich zu wenig. Leverkusen wird dadurch auch nicht Meister oder kann dadurch auch nicht verhindern, dass der FC Bayern Meister wird. Die Entscheidung von Leverkusen, Vidal nur ins Ausland zu verkaufen um den FCB als direkten Konkurrenten nicht zu stärken ist zu kurz gedacht (Dortmund wurde in der letzten Saison Meister, mit relativ jungen Spielern. Ein Topspieler verläßt nun die Bundesliga, und ein potentieller Gegner in der Champions League (in der auch Leverkusen mitspielt) wurde gestärkt. Wichtiger wäre es doch, alles daran zu setzen, damit möglichst bald und dauerhaft eine dritte Mannschaft den direkten Einzug in die CL schafft. Das würde auch einer Mannschaft, wie Leverkusen, Dortmund, Schalke, Hamburg oder anderen ermöglichen international mitzuspielen und finanziell erfolgreich zu werden. Dadurch würde auch der Neid auf die soliden Finanzen und den Spielerstamm des FC Bayern relativiert.
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