Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [0.00/0]
Bilder

Vertuschung? Wulff: Neuer Wirbel um einen Sylt-Urlaub

dpa, vom 08.02.2012 13:42 Uhr
Neuer Wirbel um den Bundespräsidenten Christian Wulff. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv Foto: dpa

Wer hat Wulffs Sylt-Urlaub bezahlt? Filmunternehmer David Groenewold soll für Bettina Wulff einen Hotelaufenthalt auf Sylt gebucht und zunächst bezahlt haben.

Berlin – Bundespräsident Christian Wulff gerät wegen seiner Urlaube als niedersächsischer Ministerpräsident erneut in die Schlagzeilen. Wie die „Bild“-Zeitung am Mittwoch berichtete, hat der Filmunternehmer David Groenewold für Wulff und dessen spätere Frau Bettina im Herbst 2007 einen dreitägigen Hotelaufenthalt auf Sylt gebucht und zunächst bezahlt. Groenewold war zu der Zeit selbst im „Hotel Stadt Hamburg“ abgestiegen.

Wulffs Anwalt Gernot Lehr sagte dazu der „Bild“, Groenewold habe die Kosten von 258 Euro pro Nacht lediglich bei der Buchung verauslagt. Wulff habe sie später bar zurückbezahlt.

Anwälte Groenewolds wiesen am Mittwoch die Darstellung der „Bild“-Zeitung zurück, wonach der Unternehmer im Verdacht stehe, er habe im Januar 2012 versucht, die Angelegenheit zu vertuschen.

Anwalt Christian-Oliver Moser sagte der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch: „Es gab nicht mal ansatzweise den Versuch meines Mandanten, etwas zu vertuschen.“ „Bild“ berichtete, Groenewold habe in dem Hotel angerufen und die Hotelangestellten zu Stillschweigen über den Vorgang verpflichtet. In Notizen des Hotel-Personals, die „Bild“ abdruckt, heißt es: „Herr David Groenewold hat gestern angerufen, wir sollen keine Infos über ihn rausgeben! Er war 2007 mit Herrn Wulff im HSH und hat den gesamten Aufenthalt übernommen. Falls also Bild oder Spiegel anruft, wir wissen von nichts.“

Groenewold-Anwalt Moser verbreitete einen Brief des „Hotels Stadt Hamburg“ an Groenewold. In diesem heißt es, Groenewold habe bei einem Anruf am 16. Januar um vertrauliche Behandlung seiner Unterlagen „insbesondere gegenüber Journalisten“ ersucht. Er habe aber zu keinem Zeitpunkt darum gebeten, die Unterlagen zum Aufenthalt „zu vernichten, zu manipulieren oder ähnliches“.

Wulff hat Groenewold nach Angaben von Anwalt Moser die Hotel-Übernachtungskosten für die drei Nächte in bar erstattet. Darüber hinaus habe Wulff beim Auschecken aus dem Hotel die Nebenkosten der Übernachtung selbst beglichen, teilte Wulffs Anwalt Lehr mit.

Groenewolds Anwalt Moser sagte der dpa weiter, der Unternehmer sei vor rund drei Wochen nach Sylt gereist, „um sich Kopien aus den Rechnungsunterlagen anzufertigen“. Er habe im Vorfeld das Hotel darum gebeten, gegenüber der Presse Diskretion zu wahren.

Es sei unstreitig, dass die Wulffs und Groenewold 2007 zusammen auf Sylt Urlaub gemacht hätten. Auch ein Wulff-Aufenthalt 2008 auf der Insel sei bekannt. „Das ist keine Neuigkeit. Das haben wir immer öffentlich so erklärt“, sagte Moser.

Die drei Übernachtungen im Herbst 2007 im „Hotel Stadt Hamburg“ auf Sylt seien über einen Reiseveranstalter von Groenewold gebucht worden. Die Bezahlung sei über Gutscheine erfolgt, sagte Moser.

Wulff habe das Hotel gar nicht vor Ort direkt bezahlen können. Groenewold hat nach „Bild“-Angaben für zwei Produktionsgesellschaften eine Millionen-Bürgschaft des Landes Niedersachsen erhalten. Nach früheren Berichten hat der Filmunternehmer auch 2008 beim Münchner Oktoberfest ein 400-Euro-Upgrade für eine Luxussuite im Fünf-Sterne-Hotel „Bayerischer Hof“ für das Ehepaar Wulff bezahlt. Von der Übernahme der Kosten habe Wulff aber nichts gewusst, sagt Groenewolds Anwalt.

 

Kommentare (10)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
FEB
10
14:44 Uhr, geschrieben von Münchner
N E I N @ Man nimmt, was man kriegt
Das haben die Arbeiter bei Müller-Brot nicht verdient, daß Sie den Bundeskasper mit ihnen vergleichen. Ich würde mit einer solchen Niete in Nadelstreifen nicht zusammenarbeiten, da ich (noch) einen Rest Ehrgefühl habe.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
0
Kommentar bewerten
FEB
10
03:46 Uhr, geschrieben von Pattaya 5
V E R T U S C H U N G ????
Es ist doch bezeichnend, daß Merkel immer noch hinter diesem Lügenpräsi steht, allerdings nicht sehr verwunderlich: Sie ist ja auch hinter dem "menschenverachtenden Unrechts-Regime" der D D R gestanden (= Regierungssprecherin !!!). Mir ist nicht bekannt. daß sie je durch eine besondere Kritik an diesem R e g i m e aufgefallen wäre oder sich in der Bürgerrechtsbewegung besonders hervorgetan hätte. Dafür tritt sie nun in der Bundesrepublik Deutschland mit ihren heuchlerischen und vollmundigen Reden zu allen möglichen Jahrestagen der "Deutschen Geschichte" auf.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
1
Kommentar bewerten
FEB
09
10:43 Uhr, geschrieben von Politiker
Fremdshämen für den Präsidenten
Mir scheint so als hätten Herr und Frau Wulff nur Freunde, die ihnen etwas bezahlen. Meine Definition von Freundschaft sieht anders aus. Hat Herr Wulff eigentlcih schon mal einen Trip oder Kurzurlaub selbst bezahlt? Es ist offensichtlich, dass er sich systematisch von Leuten aushalten liess, die von Geld, Bürgschaften oder den Verbinungen der Landesregierungen profitiert haben. Ein Schelm .... Wann sieht er endlich ein, dass es keinen Sinn mehr hat? Ich schäme mich für so einen Präsidenten!
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
5
Kommentar bewerten
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  4
nächste
Nato sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt
Eine wichtige Etappe bei der Raketenabwehr, ein Plan für Afghanistan und mehr Kooperation bei der Rüstung - das sind die wichtigsten Ergebnisse des Nato-Gipfels von Chicago.
Jede vierte Klinik zahlt Fangprämien für Patienten
[Kommentare 1] Viele Ärzte kassieren Extra-Honorare dafür, Patienten an bestimmte Kliniken zu überweisen. Das berichtet "Bild.de" unter Berufung auf eine repräsentative Studie.
Die AZ-Top-Bilder
mehr Bilder mehr Bilder
Anzeigen & Verlagsbeilagen zum Durchklicken
 
Das München-Wetter
 
 
Anzeige
Nachrichtenticker
13:42   Heftiges Erdbeben in Bulgarien verursacht Sachschaden
13:35   Berlin sieht Eurobonds nicht als Thema auf EU-Gipfel
13:26   Lebenslange Haft für dänischen Vater gefordert
13:02   Bahr gegen Druck in Kliniken zulasten der Patienten
12:55   Brad Pitt ohne Angelina Jolie in Cannes
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Interaktiv
  • Umfrage
Start_dpa

Edmund Stoiber setzt sich nach dem Düsseldorf-Skandal erneut für Sicherheitszäune in Stadien ein - der richtige Ansatz?

 
Ja, nur so kann man die Chaoten unter den Fans kontrollieren.
Nein, das ist ein Rückfall in alte Zeiten - die Fans dürfen nicht "eingesperrt" werden.
Es muss sich etwas im Fanverhalten ändern - aber das ist die falsche Maßnahme.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
  • Neueste Artikel
  • Facebook
  • Twitter
Video
Börse und Finanzen

 

Der tägliche Super Deal der AZ